Wirtschaft : Handwerk nur im Westen Deutschlands optimistisch

MÜNCHEN (dw/ADN).Auf der internationalen Handwerksmesse in München hat Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) am Dienstag versichert, daß die Regierung bis zur Sommerpause ihr Konzept für die geplante Unternehmensteuerreform vorlegen wird.Dieses Konzept werde einen Höchstsatz von 35 Prozent nennen, der möglichst weitgehend die Anteile der Gewerbeertragsteuer enthalten solle, erklärte Müller bei einem Treffen von Spitzenvertretern der Wirtschaft.Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, begrüßte diese Ankündigung.Er betonte nach dem Treffen vor Journalisten, es gebe damit eine gute Chance, einiges an dem zu reparieren, was die Regierung bislang "kaputt gemacht" habe.Allerdings zeigte er sich skeptisch, daß der Termin eingehalten werden kann.

Das Deutsche Handwerk blickt im Frühjahr 1999 nach einer Umfrage des Verbandes der Vereine Creditreform auf eine positive Entwicklung zurück."Vorsichtiger Optimismus bestimmt die Erwartungen im Hinblick auf Neueinstellungen oder die Umsatzsituation", heißt es im Fazit der Untersuchung.Allerdings zeigten Rückgänge bei der Investitionsbereitschaft oder die im Saldo immer noch negativen Äußerungen zu den Erträgen, "wie labil die erreichte Stabilität im deutschen Handwerk immer noch ist".Ostdeutschlands Handwerk schaffte die Wende nicht.Die flaue Investitionsbereitschaft zeige noch immer, "daß Ost und West bei der wirtschaftlichen Entwicklung eher noch weiter auseinandertreiben werden".

In der Umfrage gaben 34,1 Prozent der Handwerksbetriebe in Westdeutschland für die Auftragslage gute oder sehr gute Noten.Damit wurde ein deutlicher Fortschritt gegenüber den Vorjahreswerten (26,8 Prozent) erreicht.Das Handwerk in den neuen Bundesländern verzeichnet allerdings zurückgehende Order.Immerhin konnten die Umsätze leicht gesteigert werden.Leichte Verbesserungen zeigen sich auch bei der Entwicklung des Personalbestandes.Deutlich rückläufig ist die Zahl der Betriebe, die innerhalb der letzten zwölf Monate Mitarbeiter freisetzen mußten.In Westdeutschland ging diese Zahl von 50,7 Prozent auf 31,7 Prozent der Befragten zurück.In Ostdeutschland haben sich noch 34,3 Prozent der Handwerksbetriebe von Beschäftigten getrennt, nach 42,8 Prozent im Vorjahr.Bei den Umsatzerwartungen für 1999 ist das westdeutsche Handwerk unverkennbar optimistisch, das ostdeutsche pessimistisch.Im Osten erwarten 33,6 Prozent der Betriebe zurückgehende Umsätze - zwei Prozent mehr als noch im letzten Jahr.

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