Wirtschaft : Handwerk pocht auf Häusersanierung Verband widerspricht Bauminister Ramsauer

Berlin - Die Sanierung der Altbauten in Deutschland kostet nach Ansicht des Handwerks weitaus weniger, als es Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) veranschlagt. „Mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro pro Jahr kann man eine Menge erreichen und gute Anreize setzen“, sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Handwerksverbands ZDH, am Dienstag dieser Zeitung. Dagegen hatte Ramsauers Ministerium mit Blick auf das Energiekonzept der Regierung erklärt, bis 2050 müssten pro Jahr 75 Milliarden Euro investiert werden. Hintergrund ist das Vorhaben der Koalition, bis 2050 den Kohlendioxidausstoß aller Häuser auf null zu senken.

Die Gebäude stehen für rund ein Drittel des gesamten CO2-Ausstoßes hierzulande. Allerdings hatte der Bund gerade erst die Förderung der Häusersanierung um zwei Drittel auf rund 500 Millionen Euro pro Jahr gekürzt. Die Immobilienwirtschaft warnt davor, eine Modernisierung verbindlich zu machen. Dies würde Hausbesitzer und Mieter teuer zu stehen kommen, hieß es am Dienstag bei den Spitzen der Branche.

Das Handwerk verweist auf die positiven Folgen von Investitionsprogrammen. 2009 seien mit der staatlichen Sanierungsförderung 250 000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen worden. „Bau- und Ausbauhandwerk profitieren von der energetischen Gebäudesanierung, aber vor allem die Industrie – die Hersteller von Heizungen und Dämmstoffen etwa“, sagte Schwannecke. Bei der Sanierung gewerblicher Immobilien sei zudem bislang kaum etwas geschehen. Ohne Anreize gehe es allerdings auch nicht. „Allein an die Vernunft zu appellieren wird uns beim Klimaschutz allerdings nicht weiterbringen“, befand der Verbandschef. brö

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