Wirtschaft : Handwerker verzweifelt gesucht Vielen Bewerbern fehlt die Qualifikation

Berlin - Den Handwerksbetrieben in Berlin und Brandenburg fehlen Fachkräfte. Mehr als ein Drittel der Firmen in der Region hat offene Stellen zu besetzen. Das ergab eine Umfrage der Handwerkskammern Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam, die am Freitag in der Hauptstadt vorgestellt wurde. In allen Kammerbezirken mit Ausnahme von Frankfurt (Oder) stieg demnach der Anteil der suchenden Betriebe. Den größten Bedarf an Fachkräften melden Firmen aus den Bereichen Gesundheit und Ausbaugewerbe, den geringsten Bedarf gibt es bei den personenbezogenen Dienstleistungen, wie die Kammern mitteilten. Hauptgrund ist der Umfrage zufolge die mangelnde Qualifikation der Bewerber. Für Schulabgänger bedeutet das große Auswahlmöglichkeiten: Fast die Hälfte der Betriebe mit offenen Stellen in Berlin und Brandenburg sucht auch Auszubildende.

Die Stimmung im Handwerk in der Region trübte sich der Umfrage zufolge leicht ein. Zur Jahresmitte erreichte der Geschäftsklimaindex einen Wert von 107 Punkten, das ist ein Punkt weniger als im Vorjahr. Der Index misst die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Hintergrund des leichten Rückgangs seien die gesunkenen Erwartungen der Firmen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Jürgen Wittke. Nach Jahren stetigen Wachstums seien weitere Zuwächse schwerer zu erreichen.

84 Prozent der Handwerksbetriebe aus Berlin und Brandenburg berichteten in der Umfrage von guten oder zufriedenstellenden Geschäftsergebnissen. Für die zweite Jahreshälfte erwarte das Handwerk „eine Beruhigung des Wirtschaftswachstums“. 23 Prozent der befragten Betriebe erwarten Umsatzsteigerungen, 18 Prozent befürchten sinkende Erlöse. jmi

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