Wirtschaft : Handy-Gebühren im Ausland: Mobile Urlaubsgrüße

Corinna Visser

Wer sein Handy mit auf Reisen nimmt, braucht sich nicht mit ausländischen Telefonkarten herumzuschlagen oder sich über hohe Telefongebühren in den Hotels zu ärgern. Die Mobilfunkbetreiber in den verschiedenen Ländern schließen Roaming-Verträge ab, damit ihre Kunden im Ausland in fremden Netzen telefonieren können. Roaming heißt Herumwandern. Allerdings kann das Wandern von einem Netz in das andere teuer werden - und zwar doppelt teuer. Denn im Ausland zahlt der Mobilfunkkunde nicht nur für abgehende Gespräche, sondern auch für alle ankommenden Telefonate. Schließlich kann der Anrufer ja nicht wissen, wo sich ein Handynutzer gerade befindet und zahlt daher immer nur für das Gespräch bis an die Landesgrenze. Die Weiterleitung in das ausländische Netz muss der Angerufene bezahlen. T-Mobil (D1) berechnet innerhalb Europas 1,30 Mark pro Minute für ankommende Gespräche, D2-Vodafone verlangt 1,14 Mark, E-Plus 1,09 Mark, Viag Interkom (E2) 1,29 Mark.

Vor der Abreise sollten Sie sich bei Ihrem Mobilfunkserviceanbieter versichern, dass Ihr Handy für das Ausland freigeschaltet ist. Für Anrufe aus dem Ausland nach Deutschland zahlen Sie die Tarife des jeweiligen ausländischen Netzbetreibers plus Berarbeitungszuschlag und Mehrwertsteuer. Die Preise variieren also mit den Tarifänderungen der ausländischen Anbieter und den Wechselkursen. Abgerechnet wird über die normale Mobilfunkrechnung. In der Tabelle "Verbindungen mit dem Handy aus dem Ausland nach Deutschland" sind für zehn beliebte Urlaubsländer die zurzeit gültigen Endpreise angegeben. Die Preise gelten für Vertragskunden. Die einzelnen Netzbetreiber bieten aber auch Kunden mit Prepaid-Karten die Möglichkeit, ihre Karte für das Ausland freischalten zu lassen. Hier gelten dann aber zum Teil andere Tarife.

Wer dem ausländischen Tarif-Wirrwarr entgehen will, dem bieten T-Mobil (D1) und D2-Vodafone einheitliche Europatarife an. Aus ausgewählten Ländern und Netzen kann man hier zu einem festen Preis nach Hause telefonieren. Der Nachteil: Aus einigen Netzen ist der Europa-Tarif teurer als der einzelner Anbieter.

In den meisten Ländern gibt es verschiedene Netzbetreiber, die unterschiedliche Preismodelle haben. In der Regel bucht sich das Mobiltelefon automatisch in das Gastnetz mit der stärksten Funkverbindung ein. Diese Einstellung können Sie manuell ändern, um Ihr Handy gegebenenfalls in ein preisgünstigeres Netz einzubuchen. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung Ihres Mobiltelefons. Vor der Abreise sollten Sie sich informieren, welche Roaming-Partner Ihr Netzbetreiber in Ihrem Urlaubsland hat.

Und noch eine Einstellung sollten Sie überdenken: Bedingte Anrufumleitungen wie "Umleitung, wenn besetzt" oder "Umleitung, wenn nicht erreichbar" können besonders teuer werden. Der Netzbetreiber leitet einen Anruf zunächst ins Ausland, um zu prüfen, ob Sie das Gespräch annehmen. Falls nicht, wird er zurück ins deutsche Netz auf Ihre Mailbox geleitet. Sie zahlen dann für die Weiterleitung ins ausländische Netz, für das Zurückleiten nach Deutschland und für das spätere Abhören der Mailbox. Kostengünstiger ist es, die ständige unbedingte Umleitung zu wählen. Dann gehen alle Anrufe direkt auf die Mailbox, die Sie zu einem günstigen Zeitpunkt anrufen können. Sie sind allerdings dann nicht mehr direkt erreichbar. Die andere Variante: Sie schalten alle Umleitungen aus, dann entgehen Ihnen allerdings Anrufe, wenn Sie Ihr Handy abschalten. Stellen Sie die gewünschten Anrufumleitungen unbedingt vor Reiseantritt ein, weil Änderungen der Einstellungen im Ausland nicht immer möglich sind.

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