Handy-Hersteller : Nokia sahnt ab

Branchenprimus Nokia hat dank der massiven Handy-Nachfrage in Indien, China und Afrika im dritten Quartal Rekordgewinne eingefahren. Sorgenkind bleibt weiter Nokia Siemens Networks - wo künftig noch mehr eingespart werden soll.

Nokia
Nokia trumpft erneut mit Rekordgewinnen auf. -Foto: AFP

HelsinkiDer Handy-Hersteller konnte den Weltmarktanteil auf fast 40 Prozent hochgeschrauben. Wie der souveräne Branchenführer mitteilte, stieg der Reingewinn im dritten Quartal im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 28 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Sorgenkind bleibt die gemeinsam mit Siemens betriebene Netzwerksparte Nokia Siemens Networks, die einen operativen Verlust von 120 Millionen Euro verbuchte. In ihr sollen weitere 500 Millionen Euro eingespart werden.

Beim Marktanteil steigerte sich Nokia mit 111,7 Millionen im dritten Quartal verkauften Handys von 36 auf 39 Prozent. Das finnische Unternehmen hatte seit Jahren einen Weltmarktanteil von 40 Prozent als strategisch zentrales Ziel verkündet. Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo meinte: "Das war ein aufregendes Quartal." Man habe "in einem starken Markt Anteile hinzugewonnen und gleichzeitig die Ertragsrate nach oben gebracht". Mit dem Gewinn von 0,40 je Aktie lag Nokia deutlich über den Erwartungen der Analysten. An der Börse in Helsinki zog die Nokia-Aktien um 4,7 Prozent auf 11,00 Euro an.

Immer mehr Handys für unter 30 Euro zu haben

Die enorme Bedeutung von Schwellenländern mit dem Schwerpunkt auf Billig-Handys zeigte auch der Fall des Durchschnittspreises je Mobiltelefon von 90 Euro im zweiten Quartal dieses Jahres auf 82 Euro im dritten. Der Anteil von Handys unterhalb der 30-Euro-Marke sei "deutlich gestiegen". Andererseits habe man bei dem ebenfalls schnell wachsenden Markt für Hochpreis-Modelle (Smartphones) mit weitgehend vollwertigen Computerfunktionen eine noch größere Marktdominanz. Hier verzeichnete Nokia im dritten Quartal einen Zuwachs von mehr als 60 Prozent auf 16 Millionen Geräte. Den gesamten Smartphone-Markt schätzte Nokia auf 31,7 Millionen Einheiten. Im November kommt auch in Europa mit Apples iPhone ein neuer Wettbewerber in den Bereich. Apple will im kommenden Jahr zehn Millionen iPhones verkaufen. Nokia reagierte unter anderem mit der Ankündigung eines eigenen Online-Musikladens.

Beim Sorgenkind Nokia Siemens Networks seien zusätzlich zu bisher geplanten "Synergieeffekten" über 1,5 Milliarden Euro bis Ende 2008 weitere Möglichkeiten zur Einsparung von 500 Millionen Euro Kosten "identifiziert" worden, teilte Nokia mit. Nokia hat bei dem Gemeinschaftsunternehmen die unternehmerische Führung. Seit es am 1. April die Arbeit aufnahm, sind bereits 9000 von vorher 60.000 Stellen abgebaut worden, davon 2290 in Deutschland.

Für den gesamten Jahresverlauf erwartet Nokia weltweit den Absatz von insgesamt 1,1 Milliarden Mobiltelefonen aller Hersteller gegenüber 978 Millionen im Vorjahr. (mit dpa)

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