Wirtschaft : Hannover Messe zu Ende: Keine Spur von Pessimismus

Führende deutsche Industriebranchen sehen nach der Hannover Messe trotz schwächerer Gesamtkonjunktur ihre Wachstumsprognosen für 2001 bestätigt. Zum Abschluss der Industrieschau erklärten die Branchenverbände der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) sowie der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), die sechstägige Messe mit 7000 Ausstellern lasse eine überaus gute Geschäftsentwicklung erwarten. Mit 260 000 Besuchern übertraf die Messe knapp das Vorjahresniveau. Am Vortag hatte Finanzminister Hans Eichel das Wachstumsziel der Bundesregierung für dieses Jahr von gut 2,7 auf zwei Prozent nach unten korrigiert.

"Es gibt keine Spur von einer gebremsten Konjunktur", sagte dagegen der Chef der Deutschen Messe AG, Klaus Goehrmann. Erwartungen für ein gutes Nachmessegeschäft und bereits volle Auftragsbücher vor allem im Maschinenbau seien eindeutige Signale. Der Maschinen- und Anlagenbau blieb bei seiner Branchenprognose für 2001: Der Umsatz werde um rund fünf Prozent auf 270 Milliarden Mark wachsen. Zuversicht herrscht auch bei der Elektroindustrie, die den Umsatz um bis zu sieben Prozent auf gut 340 Milliarden Mark steigern will. Beinahe zwei Drittel der Aussteller beurteilten die wirtschaftliche Situation ihrer Branche als günstig bis sehr günstig.

Schwerpunkte der Hannover Messe waren die Fabrikautomation und Robotik, die Antriebs- und Energietechnik sowie die Zulieferindustrie und erstmals die Mikrotechnologie. Mit 2850 Anbietern kam gut ein Drittel der Aussteller aus dem Ausland. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland nahm überdurchschnittlich um 17 Prozent auf 73 000 zu. Außereuropäische Aussteller, vor allem aus den USA, wollen sich in Europa engagieren. "Wir haben erkannt, dass wir in den europäischen Markt verstärkt investieren müssen", hätten US- Firmen erklärt, teilte die Messe mit. Mit einem erneut gestiegenen Fachbesucheranteil von 96 Prozent (nach bereits 93 Prozent im Vorjahr) verschließt sich die Hannover Messe dem breiten Publikum immer mehr.

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