Wirtschaft : Hapag-Lloyd bleibt bei Preussag

Der Touristik-Konzern Preussag wird die Hamburger Hapag-Lloyd AG in absehbarer Zeit nicht verkaufen. "Bei einer rein pragmatischen Betrachtungsweise ist ein Verkauf zur Zeit nicht sinnvoll", sagte Preussag-Chef Michael Frenzel am Mittwochabend in Hamburg. Teile der Tourismus-Sparte des Preussag-Konzerns seien derzeit rechtlich noch bei Hapag-Lloyd angesiedelt und ließen sich nicht ohne weiteres herauslösen. Preussag habe sich von diversen Unternehmen getrennt und ein großes Desinvestitions-Programm verwirklicht. "Es gibt keinen Druck, zusätzliches Geld zu heben, zumal sich Hapag-Lloyd als ein exzellenter Kauf erwiesen hat", sagte der Preussag-Chef. Er könne eine solche Aussage jedoch nicht für Jahre im Voraus treffen.

Vom Kurszettel der Börsen wird der Hamburger Schifffahrts- und Logistikkonzern bald verschwinden. Die Preussag, die mehr als 99 Prozent der Anteile hält, will von der neuen "Sqeeze Out"-Regelung Gebrauch machen und die restlichen Aktionäre zwangsweise abfinden. Für die etwa 200 verbliebenen Aktionäre lohne sich der Aufwand im Berichtswesen und die Abhaltung einer Hauptversammlung nicht mehr. Nach Abschluss des Verfahrens werde Hapag-Lloyd eine 100-prozentige Preussag-Tochter sein. Der Hannoveraner Konzern will sich dann umbenennen und künftig nach seiner wichtigsten Marke als TUI firmieren.

Unterdessen wurde bekannt dass Preussag knapp elf Prozent seiner Beteiligung an dem Industriekonzern Babcock Borsig AG an einen deutschen Finanzinvestor und nicht an den US-Investor und Babcock-Großaktionär Guy Wyser-Pratte verkauft hat.

Nach der Veräußerung an den namentlich nicht genannten Investor halte Preussag noch 8,92 Prozent an dem Oberhausener Konzern, sagte eine Preussag-Sprecherin am Donnerstag in Hannover.

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