Wirtschaft : Hapag-Lloyd gewinnt mit Linienschiffen

Transport- und Touristikkonzern legt vor der Übernahme durch Preussag glänzende Bilanz vor

HAMBURG (dpa).Der Hamburger Transport- und Touristikkonzern Hapag-Lloyd kann kurz vor seiner Übernahme durch die Preussag AG, Hannover, eine ausgezeichnete Bilanz vorlegen.Das Betriebsergebnis werde voraussichtlich 240 bis 250 Mill.DM betragen, nach 230 Mill.DM im Vorjahr, teilte Bernd Wrede, der Vorstandsvorsitzende der Hapag-Lloyd AG, am Dienstag in Hamburg mit."Wir sind mit diesem Jahr schon sehr zufrieden", sagte Wrede.Bei einem Umsatz von rund 4,9 (Vorjahr: 4,5) Mrd.DM werde der Jahresüberschuß auf mehr als 100 Mill.DM steigen. Das Wachstum bei Umsatz und Ertrag stammte in diesem Jahr laut Wrede vor allem aus der Linienschiffahrt, die rund die Hälfte zum Konzernumsatz beisteuert.Rückläufige Frachtraten wurden durch ein Mengenwachstum von mehr als zehn Prozent und den höheren US-Dollar mehr als ausgeglichen.Das Betriebsergebnis von 80 Mill.DM sei jedoch mit dem Vorjahreswert von 48 Mill.DM nicht direkt vergleichbar, weil der Konzern das Geschäftsfeld neu strukturiert habe."Mit einer Umsatzrendite von 2,5 bis drei Prozent liegen wir in der Linienschiffahrt weltweit in der Spitzengruppe", sagte Wrede. Zurückhaltend äußerte sich der Vorstandschef zu Spekulationen, nach denen die Preussag nach der Übernahme von Hapag-Lloyd das Unternehmen gemeinsam mit der TUI zu einem reinen Touristikkonzern umformen und die Schiffahrt verkaufen könnte."Die Schiffahrt wächst schneller als die Touristik, und wir operieren in einem weltweiten Markt", sagte er."Bei der Touristik haben wir es dagegen mit einem nationalen Markt zu tun, der unter schärferen Wettbewerb aus dem Ausland geraten wird." Vor diesem Hintergrund fahre Hapag-Lloyd eine mengenorientierte Strategie im Schiffahrtsbereich, um den Konzern weiterzuentwickeln.Das Interesse von Hapag-Lloyd an TUI-Anteilen sei unabhängig von der Übernahme durch die Preussag zu beurteilen. In der Touristik werde das Betriebsergebnis vermutlich 180 (175) Mill.DM erreichen, hieß es weiter.Die beiden Reisebüros ­ für Geschäftskunden und touristische Produkte ­ konnten ihre Gewinne steigern, während die Seetouristik leichte Verluste machte.Die Investitionen lagen mit 200 Mill.DM deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 550 Mill.DM, weil keine größeren Flugzeug- oder Schiffskäufe anstanden.Dadurch verbesserte sich die Finanzstruktur des Konzerns so weit, daß bis zum Ende des Jahres keine Nettoschulden mehr in den Büchern stehen sollen.Bis zum Jahr 2002 hat sich der Konzern ein Investitionsprogramm über drei Mrd.DM verordnet, das voll aus den laufenden Einnahmen finanziert werden soll ­ bis auf strategische Zukäufe wie die eventuelle Übernahme von TUI-Anteilen.

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