Wirtschaft : Hapag Touristik Union ist doch nicht an LTU interessiert

Preussag hat offenbar kein Interesse an einer Übernahme der LTU Touristik, Düsseldorf. Sowohl Preussag als auch deren Tochter Hapag Touristik Union (HTU), Hannover, dementierten am Mittwoch einen Bericht des "Stern", dem zufolge der größte deutsche Ferienflieger LTU wegen finanzieller Probleme aufgeteilt werden solle. Mehrere Touristikmarken solle die HTU übernehmen, schreibt das Hamburger Magazin. Ein LTU-Sprecher bestritt zudem, dass LTU aufgeteilt werden solle.

"Vor dem Hintergrund der Blockbildung in der deutschen Tourismusindustrie macht eine Trennung von LTU Airline und LTU Touristik überhaupt keinen Sinn", sagte LTU-Sprecher Marco Dadomo. Laut Bericht sollten unter anderem Jahn-Reisen, THR-Tours Transair, Tjaereborg, Allkauf-Reisen und Smile & Fly an HTU gehen.

Die auf einen Wert von 1,4 Mrd. DM (715 Mill. Euro) geschätzte LTU Touristik GmbH könne im laufenden Jahr zwar in vielen Feriengebieten auf zweistellige Zuwächse verweisen. Doch das Geschäft mit den Kanarischen Inseln für den kommenden Winter sei wegen mangelhafter Vertriebswege um fast 20 Prozent eingebrochen, berichtet der "Stern". HTU und Preussag erklärten in Hannover, es gebe keine Verhandlungen über einen Kauf von Tochterfirmen der LTU. Preussag wolle aber in den Ländern expandieren, in denen HTU noch nicht mit Reiseanbietern präsent sei, wie Spanien, Italien oder Frankreich. Außerdem sprechen kartellrechtliche Gründe gegen einen Verkauf. Die Wettbewerbshüter hatten erst 1998 die Westdeutsche Landesbank (WestLB) angewiesen, sich von ihrer LTU-Beteiligung zu trennen. Die größte öffentlich-rechtliche Bank ist Hauptaktionär des Preussag-Konzerns, der sich mit einer starken Tourismussparte (Hapag Lloyd, TUI) neu aufgestellt hat.

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