Wirtschaft : Harsche Kritik der Regulierer an der Telekom

BONN (rtr/dpa).Erstmals seit dem Beginn des Wettbewerbs am deutschen Telefonmarkt will die Deutsche Telekom auf ihrer Bilanzpressekonferenz am Dienstag konkrete Zahlen zur Geschäftsentwicklung vorlegen.Aktienexperten rechnen für die ersten drei Monate des Jahres noch nicht mit einem starken Umsatzrückgang und und erwarten insgesamt einen höheren Gewinn des früheren Monopol-Unternehmens. Unterdessen hat sich der Streit zwischen der Telekom und der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post verschärft.Die Nachfolgebehörde des früheren Postministeriums reagierte am Montag äußerst verärgert auf eine großformatige Anzeige, die die Telekom am Wochenende in mehreren Tageszeitungen geschaltet hatte.Unter der Überschrift "Wir machen den Wettbewerb möglich.Subventionieren können wir ihn nicht" bezeichnete es die Telekom als unfair, wenn sie mit Personal- und Verwaltungskosten belastet werden solle, die beim Wechsel von Telefonkunden zu einem der neuen, privaten Anbieter entstünden.Sie verwies darauf, daß die Eintrittsbedingungen für Wettbewerber auf dem seit Jahresbeginn offenen Telekommunikationsmarkt in Deutschland "so günstig wie nirgendwo auf der Welt" seien. Das Bonner Amt sprach von einer "Desinformation" der Öffentlichkeit."Die Telekom versucht in einer beispiellosen Weise, Stimmung zu machen gegen Regulierung und Wettbewerb und damit gegen die Verbraucher", sagte ein Sprecher der Behörde. Bei dem Streit geht es vor allem um die Frage, wer die Kosten tragen soll, wenn Kunden alle Ferngespräche über einen Telekom-Konkurrenten abwickeln oder mit ihrem gesamten Anschluß inklusive der Rufnummer wechseln wollen.Die Telekom hat sich mit von ihr beantragten Preisen, die unter den Unternehmen verrechnet werden sollen, bislang nicht durchsetzen können.Diese lägen aber deutlich unter den tatsächlich entstehenden Kosten.Dies bezeifelte der Behördensprecher: Bisher habe die Telekom ihre Kosten nicht ausreichend belegt.

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