Wirtschaft : Hauptstadt mit Schwung

Managerpanel blickt positiv in die Zukunft / Gesundheitsbranche von großer Bedeutung

Miriam Schröder

Wenn es nach der Berliner Wirtschaft geht, ist der Aufschwung lange noch nicht zu Ende. Führende Manager und Wissenschaftler glauben, dass die Konjunktur in der Hauptstadt weiter anziehen wird. Zu dem Ergebnis kommt das Managerpanel, eine Umfrage vom Tagesspiegel und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Das Institut hatte 49 Repräsentanten aus Wissenschaft und Wirtschaft danach gefragt, wie sie die wirtschaftliche Lage Berlins beurteilen.

Knapp zwei Drittel der Befragten sind überzeugt davon, dass sich die Lage in den nächsten zwölf Monaten deutlich verbessern wird. Bei der letzten Befragung im Herbst 2006 hatten nur 16 Prozent so optimistisch in die Zukunft geblickt.

„Berlin schließt auf“, sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann, der die Ergebnisse am Dienstag vor Teilnehmern des Panels präsentierte. Der Rückstand Berlins zum Wachstum in Gesamtdeutschland werde kleiner, in puncto Beschäftigung wachse die Nachfrage in der Hauptstadt sogar stärker als der Bundesdurchschnitt.

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), unterstrich die Aussagen des Panels. Der aktuelle Aufschwung sei „sehr robust und dauerhaft“, sagte Eder. Alle Branchen befänden sich im Aufwind, mit der Bauwirtschaft „sogar unser Sorgenkind der vergangenen Jahre“.

Über die Hälfte der Panelteilnehmer nimmt an, dass ihre Branche sich besser entwickeln wird als die Gesamtwirtschaft. Eine große Mehrheit hält die Konjunkturentwicklung in Deutschland und die gestiegene Auslandsnachfrage für verantwortlich für den Aufschwung. Nur ein Drittel der Befragten glaubt, dass die Berliner Wirtschaftspolitik positiven Einfluss auf die Konjunktur habe, 43 Prozent der Teilnehmer sagten, der Senat habe gar keinen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung.

Der Schwerpunkt des Panels lag diesmal auf der Gesundheitsbranche. Eine Mehrheit der Befragten misst dem Sektor eine große oder sehr große Bedeutung bei. Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, sprach vom „Megatrend Gesundheit“, der jenseits aller Konjunkturzyklen stetig wachse.

Joachim Bovelet, seit Anfang des Jahres Chef des landeseigenen Klinik-Netzwerks Vivantes, kündigte an, dass dem Unternehmen nach dem starken Personal- und Bettenabbau für die nächsten fünf Jahre eine Investitionssumme von 300 Millionen Euro zur Verfügung stehe. Zu den wichtigsten Vorhaben zähle der Ausbau der Altenpflege und die Sanierung zweier Krankenhäuser.

Wünschenswert sei eine stärkere Zusammenarbeit mit der Charité, etwa für die Einführung der Protonen- und Partikeltherapie in Berlin. „Gemeinsam haben wir eine ausreichend große Patientenklientel, um diese Therapien wirtschaftlich anzubieten“, sagte Bovelet.

Wolfgang Bayer von der Siemens AG betonte die Bedeutung der Berliner Gesundheitsbranche für die Medizintechniksparte seines Unternehmens. „Wir legen Wert auf Berlin als globalen Standort.“ Bayer lobte „die attraktive Kundenstruktur Berlins mit seinen renommierten Krankenhäusern“.

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