Hauptversammlung : Air Berlin schlägt Sparkurs ein

Die Fluggesellschaft Air Berlin will nach der Übernahme des Ferienfliegers LTU Kosten einsparen, ohne dafür Arbeitsplätze abzubauen. Seine erste Hauptversammlung hielt der Billigflieger in der Nähe von London ab, da die Aktionäre aus ganz Europa kämen.

London - "Von der Integration der LTU erwarten wir ab 2008 einen jährlichen Synergieeffekt zwischen 70 und 100 Millionen Euro", sagte Vorstandschef Joachim Hunold auf der Hauptversammlung in Stansted bei London. Dies solle "nicht durch einen Abbau von Arbeitsplätzen erzielt werden".

Bei der ersten Hauptversammlung nach dem Börsengang im Mai 2006 nahmen etwa 20 Aktionäre teil. Sie dauerte lediglich 44 Minuten. Es gab zwei Wortmeldungen. Ein Aktionärsschützer nannte Hunold Wachstumsstrategie beeindruckend. Die Zukäufe der Gesellschaften DBA und LTU in den vergangenen Monaten seien hoffnungsvoll, sagte der Landesgeschäftsführer Berlin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Malte Diesselhorst.

Diesselhorst kritisierte jedoch den Ort des Aktionärstreffens: "Es entsteht der Eindruck, dass sich das Unternehmen der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit entziehen will." Aufsichtsratschef Johannes Zurnieden wies dies zurück. Air Berlin habe Aktionäre in ganz Europa, der Versammlungsort sei daher gut gewählt.

Der Konzern steuert das Geschäft von Berlin aus, firmiert aber als Kapitalgesellschaft britischen Rechts. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen 50 Millionen Euro Gewinn. Der Aktienkurs liegt derzeit rund 55 Prozent über dem Ausgabepreis. Eine Dividende zahlt das Unternehmen vorerst nicht. (tso/dpa)

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