Hauptversammlung in Lübeck : ADAC steht künftig auf drei Säulen

Ab Ende des Jahres soll es einen Verein mit Pannenhilfe, eine Aktiengesellschaft und eine Stiftung geben. Dem Beschluss war heftige interne Kritik an dem Vorhaben vorausgegangen.

Der ADAC-Schriftzug im Foyer der ADAC-Zentrale in München.
Der ADAC-Schriftzug im Foyer der ADAC-Zentrale in München.Foto: Andreas Gebert/dpa

Die Neuausrichtung des ADAC ist beschlossene Sache. Die Hauptversammlung des Automobilclubs stimmte am Sonnabend in Lübeck dem Drei-Säulen-Modell zu, dass den Vereinsstatus des ADAC sichert. Für die von Vorstand und Verwaltungsrat vorgelegten „Lübecker Beschlüsse“ stimmten mehr als 84 Prozent der 221 Delegierten. Damit sei die Zukunft des ADAC als Verein gesichert, sagte der Präsident des Clubs, August Markl, nach der Abstimmung.

„Ich bin zudem fest der Überzeugung, dass wir auch rechtlich eine gute Lösung gefunden haben, den ADAC als Verein und mit ihm das Ehrenamt zu erhalten“, sagte Markl. Der ADAC war 2014 nach gefälschten Abstimmungen für den ADAC-Autopreis und der Verquickung von Interessen in eine Krise geraten. Das Registergericht München prüft aktuell, ob der ADAC seinen Vereinsstatus mit Steuervorteilen noch zu Recht hat.

August Markl, Präsident des ADAC, spricht auf der Hauptversammlung in Lübeck.
August Markl, Präsident des ADAC, spricht auf der Hauptversammlung in Lübeck.Foto: Lukas Schulze/dpa

Das in Lübeck abgesegnete Modell sieht vor, den ADAC in einen Verein, eine Aktiengesellschaft und eine Stiftung aufzuspalten. Der Verein soll sich auf Pannenhilfe, technische und touristische Beratung für die 19 Millionen Mitglieder und den Motorsport beschränken. Die kommerziellen Aktivitäten sollen in eine Aktiengesellschaft überführt werden. In der Stiftung sollen die ADAC Luftrettung und die ADAC Stiftung „Gelber Engel“ zusammengefasst werden. Es soll bis Ende dieses Jahres vollständig umgesetzt sein. 

Gegen die neue Struktur hatte der von Markls Vorgänger Peter Meyer geleitete ADAC Nordrhein im Vorfeld heftig opponiert. Die Kritik richtete sich unter anderem darauf, dass der Verein durch die Aufteilung den Zugriff auf Vermögenswerte im hohen dreistelligen Bereich verliere. Der größte der 18 Regionalverbände hatte ein Rechtsgutachten vorgelegt, wonach die Reform unnötig gewesen wäre und den verantwortlichen ADAC-Vorständen Verschwendung von Vereinsvermögen vorgeworfen. 

Vor der Abstimmung hatte unter anderem der Erste Vizepräsident des Clubs, Matthias Feltz, an die Delegierten appelliert, der ADAC müsse Verein bleiben. „Nur dann bleibt das ehrenamtliche Engagement erhalten und kann der Bestand der Regional- und Ortsclubs gesichert werden.“ (dpa)

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