Wirtschaft : Hausdamen, Hundesitter, Hilfslehrer

Agenturen vermitteln Servicekräfte für jeden Bedarf

Silke Messner

Die Wohnung versinkt im Chaos, die Kinder wollen die Mathe-Hausaufgaben erklärt haben, der Rasen ist vor lauter Unkraut kaum noch zu sehen - und Sie kommen zu gar nichts? Dann können Sie sich entweder auf eigene Faust Helfer suchen oder Sie wenden sich an einen professionellen Vermittler.

Hausarbeit: Inzwischen vermitteln zahlreiche Agenturen ausgebildetes Haushaltspersonal, egal ob man nur einmal Hilfe beim Frühjahrsputz braucht oder ob jede Woche sauber gemacht werden soll. Das Besondere daran: Die Leistung ist keine Schwarzarbeit. Die Servicekräfte sind regulär bei den Agenturen angestellt, bekommen ein festes Gehalt und sind sozialversichert. In Berlin gibt es sogar ein entsprechendes Förderprojekt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt. Dabei werden die Lohnkosten subventioniert. Anlaufstelle ist das Privatinstitut Hogan. Dort kostet eine Arbeitsstunde 12 bis 15 Euro. Alle Service-Kräfte sind haftpflichtversichert, so dass es kein Problem ist, wenn mal eine Vase zu Bruch geht. Sollten die Hogan-Mitarbeiter ausgelastet sein, können Berliner sich auch an die vom Arbeitsamt nicht unterstützte Persigno-Agentur wenden, die mit einem Stundenlohn von 15,50 Euro nicht sehr viel teurer ist. Wer nicht nur eine saubere Wohnung will, sondern bei seiner Perle auch Knicks und Häubchen erwartet, der ist bei der Agentur Hausdienst richtig. Aber das hat auch seinen Preis, nämlich 17 bis 22 Euro die Stunde.

Babysitting: Auch für Babysitter gibt es zahlreiche Vermittlungsdienste. Häufig beschränken sich diese aber darauf, den Kontakt zwischen den Interessenten herzustellen. Ein Beispiel ist www.leihopa.de , wo Eltern kostenlos einen Babysitter finden können, ebenso wie bei sitter-vermittler.de. Der Service von „Babysitternet.de“ kostet vier Euro für einen Monat – allein für die Vermittlung. Eine persönliche Auswahl der Babysitter verspricht dagegen die Agentur Delphino-Mohr, die auch in Berlin tätig ist. Inhaber Jörn Mohr hat alle Babysitter persönlich kennen gelernt. Außerdem lässt er sich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und prüft weitere Referenzen wie etwa Zeugnisse von anderen Familien. Dafür kostet eine Vermittlung für einen Termin allerdings auch 7,50 Euro, die für einen regelmäßigen Babysitter 50 Euro plus Lohn.

Allrounder: Einen bundesweiten Rundum-Service der edleren Art bietet die „Agentur ohne Grenzen“, eine private, internationale Arbeitsvermittlung mit Sitz in München. Sie vermittelt sowohl Hauspersonal, Privatpiloten und Bodyguards für gehobene Ansprüche als auch Dogwalker und Sitter für Kind und Katze. Die Vermittlung eines Catsitters kostet beispielsweise 144 Euro Jahresgebühr im ersten Jahr. Das Catsitting selbst kostet extra. Wer angehende Akademiker für sich schuften lassen möchte, findet in vielen Städten Vermittlungs-Services für Studenten. Den akademischen Nachwuchs kann man für alle möglichen Arbeiten anheuern – vom Rasenmähen über Nachhilfe bis zum Umzug. In Berlin vermitteln neben dem Arbeitsamt auch „Heinzelmännchen“ und die „Tusma“ studentische Arbeitskräfte. Während das Arbeitsamt keine Gebühr verlangt, nehmen „Heinzelmännchen“ und „Tusma“ fünf Euro pro vermittelter Arbeitskraft. Gegen Aufpreis übernehmen sie außerdem den Papierkram wie die An- und Abmeldung bei der Krankenversicherung. Der Lohn der künftigen Akademiker hängt von der Art der Arbeit ab. Babysitter bekommt man bereits ab acht Euro die Stunde. Eine 90-minütige Nachhilfe-Lektion bei einem angehenden Lehrer kostet dagegen 22,50 Euro.

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