Wirtschaft : Haushalte

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In Grimma und Glashütte haben die Fluten ganze Häuser mit sich gerissen, und nicht nur dort haben sie auch Bauten zurückgelassen, die nach dem Abfließen des Hochwassers so einsturzgefährdet waren, dass ihnen nicht mehr mit dem Wischlappen, sondern nur noch mit der Abrissbirne zu helfen war. Tausende von Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben innerhalb weniger Tage nicht nur ihr Zuhause verloren, sondern teils auch ihre gesamte Existenz. In vielen Teilen Mitteldeutschlands kämpfen die Menschen noch immer gegen das Wasser, das gegen die Deiche drückt, in anderen Bereichen wird bereits Bilanz gezogen. „Es ist nicht viel, was uns geblieben ist“, sagt Ingeborg Kratschmiehl. „Das Wasser kam so schnell, dass wir kaum Zeit hatten, Wertvolles ins obere Stockwerk zu schaffen.“ Als die Frau aus dem Dessauer Stadtteil Waldersee wieder in ihr Haus zurückkehrte, konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. Mannshoch hatte das Wasser in ihrem Haus gestanden. Wie hoch die Schäden für die Privatleute sind, lässt sich noch nicht genau abschätzen, heißt es aus der Dresdener Staatskanzlei. „Wir gehen derzeit von einem Gesamtschaden in Höhe von rund acht Milliarden Euro aus“, sagt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer. „Davon dürften rund 2,5 Milliarden Mark auf private Schäden entfallen.“ Die Summe könnte noch steigen. Denn nach wie vor drückt das Hochwasser der Elbe massiv auf die Deiche in den Landkreisen nördlich von Magdeburg. Und auch weiter Fluss abwärts sind die Gefahren längst nicht gebannt. Jeden Tag drückt sich das Elbewasser ein wenig mehr durch die Deiche – und bedroht die Häuser und Grundstücke hinter den Deichen. Der Scheitel des Hochwassers ist vorübergeflossen, die Schäden noch nicht. löb

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