Wirtschaft : HBV startet Kampagne gegen Ladenschluß

BERLIN (ADN). Die Berliner Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen startet eine "Offensive 99 für den Erhalt des Ladenschlußgesetzes". Mit Anzeigen in vier Berliner Tageszeitungen und einer Plakatserie an Haltestellen von Bus und Straßenbahn will die Gewerkschaft in dieser Woche ihre Position zum Ladenschluß öffentlich machen.

"Mit allen verfügbaren Mitteln" soll innerhalb der nächsten Monate Widerstand gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten geleistet werden, kündigte HBV-Landeschef Manfred Birkhahn an. Neben gezielten Protesten werde es zu Demonstrationen in beiden City-Bereichen und auch in den bezirklichen Einkaufsstraßen kommen. Für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst würden Wahlprüfsteine unter dem Motto "Wir wählen niemanden, der uns die Zeit klaut" vorbereitet. "Wir werden den Zeitdieben aus Politik und Wirtschaft mit phantasievollen Aktionen enormen Ärger bereiten und nicht nur Sand ins Getriebe streuen", erklärte Birkhahn.

Obwohl die Läden seit Ende 1996 länger öffnen können, werden nach Angaben der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen jährlich 3 000 Stellen allein im Berliner Einzelhandel gestrichen. Die Branche setze bis zu 810 Mill. DM weniger pro Jahr um. Die Gewerkschaft verweist zudem auf eine Umfrage des ifo-Instituts, wonach nur jeder sechste Konsument werktags nach 20 00 Uhr und samstags nach 16 Uhr einkaufen will. Die HBV befürchtet, daß bei regelmäßiger Öffnung bis 22 Uhr "auch große Center und Geschäfte auf der Strecke bleiben".

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