Wirtschaft : HDW-Verkauf wirft Fragen auf

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Brüssel/Berlin (HB/dpa). Der Verkauf der Kieler Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) in die USA entwickelt sich zum rüstungspolitischen Skandal.

Nur wenige Stunden nachdem die EU-Kommission am Freitag dem US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) die Übernahme von 75 Prozent minus einer Aktie an der HDW erlaubt hatte, bestätigte OEP-Chef Richard Cashin Verhandlungen mit den US-Konzernen Northrop Grumman und General Dynamics. Ziel sei eine Partnerschaft der Werft mit den Rüstungskonzernen, sagte Cashin in New York der Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit gab er Spekulationen neue Nahrung, dass der wegen eines Rechtsstreits noch nicht endgültige Einstieg der US-Kapitalgeber bei HDW einen rüstungspolitischen Hintergrund hat. Es geht um das in Kiel gebaute, von einer Brennstoffzelle angetriebene U-Boot „U 31“, das wochenlang tauchen kann und praktisch nicht zu orten ist. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, soll HDW-Chef Klaus Lederer bei einem Gespräch im Kanzleramt erklärt haben, der Verkauf an OEP diene dazu, der HDW über den Umweg USA die Lieferung von acht konventionellen U-Booten an Taiwan zu ermöglichen. Das Kanzleramt habe keine Einwände gehabt. Unterdessen hat HDW am Samstag zusammen mit der Essener Ferrostahl AG die größte griechische Werft Hellenic Shipyards übernommen.

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