Wirtschaft : Heathrow soll spanisch werden

Flughafenbetreiber nimmt Offerte von Ferrovial an

-

London - Im bisher größte Bieterkampf in der Geschichte der Flughafenbranche ist eine Vorentscheidung gefallen. Der britische Flughafenbetreiber BAA hat gestern ein Übernahmeangebots über 15 Milliarden Euro angenommen. Bieter ist ein Konsortium um den spanischen Baukonzern Grupo Ferrovial, das eigenen Angaben zufolge bereits knapp 14 Prozent der Anteile an dem weltgrößten Flughafenbetreiber hält. Das konkurrierende Konsortium, geführt von der Investmentbank Goldman Sachs, bot sogar noch geringfügig mehr, blitzte damit aber bei BAA ab. Vor Beginn der Bieterschlacht lag der Kurs von BAA noch fast 45 Prozent unter dem aktuellen Angebot. Die ehemals staatliche BAA betreibt unter anderem die drei größten Londoner Flughäfen Heathrow, Gatwick und Stansted. Allein Heathrow wird pro Jahr von mehr als 67 Millionen Passagieren genutzt. Zudem ist die BAA an Airports in den USA, Australien, Italien und Ungarn beteiligt.

Der spektakulär hohe Preis für den Flughafenbetreiber zeigt, welche Hoffnungen internationale Investoren in den Luftverkehr setzen. Profiteure der weltweiten Mobilität sind dabei aber weniger die Fluggesellschaften, die unter einem harten Wettbewerb und hohen Kerosinkosten leiden. Die besten Renditen erzielen seit Jahren die Flughäfen, denen der Konkurrenzkampf der Airlines in die Hände spielt. „Durch die Vielzahl an Flugzeugbestellungen wird sich der Kampf um freie Slots und Infrastruktur weiter aufheizen“, sagte Michael Garvens, Chef des Flughafens Köln/Bonn, dem Handelsblatt. ebe/agr/dih/HB

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben