Wirtschaft : Hedgefonds gegen Piëch

Milliardenklage wegen Porsche-VW-Übernahme.

Berlin - Mit Milliardenklagen hat man in Stuttgart Erfahrung, und so reagierte Porsche am Wochenende gelassen. „Die Porsche Automobil Holding SE hält die Klage von sieben Hedgefonds gegen ihren Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Porsche und ihr Aufsichtsratsmitglied Ferdinand Piëch für unbegründet.“ Im Streit um die Übernahmeschlacht von Porsche und VW vor sechs Jahren hat eine Hedgefonds- Gruppe ihre Klage auf Piëch und Wolfgang Porsche ausgeweitet. Der Hedgefonds Elliott Associates des US-Investors Paul Singer fordere nun auch von den beiden Porsche-Aufsichtsratsmitgliedern persönlich Schadensersatz in Höhe von 1,8 Milliarden Euro, berichtet „Der Spiegel“. Porsche und Piëch hätten die später geplatzte Übernahme von VW durch Porsche heimlich vorbereitet und die übrigen Aktionäre dabei getäuscht.

Nach Einschätzung der Porsche SE hat die neue Zivilklage jedoch allein prozesstaktische Gründe. „Weder die betroffenen Aufsichtsratsmitglieder noch die Porsche SE lassen sich davon beeindrucken“, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung. Man werde sich mit allen Mitteln gegen die Klage verteidigen. Bereits im Januar 2012 habe dieselbe Klägergruppe die Porsche SE auf 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. „Gegenüber diesem am Landgericht Hannover anhängigen Rechtsstreit zeigen die Hedgefonds in ihrer weiteren Klageschrift keine neuen inhaltlichen Aspekte auf.“ Die nun vor dem Landgericht in Frankfurt am Main geforderte Schadensersatzsumme sei identisch mit derjenigen von Hannover. „Die Gesamtsumme der Schadensersatzforderungen erhöht sich damit nicht“, heißt es in der Mitteilung. Die Fonds begründeten die Erweiterung der Klage damit, dass sowohl Piëch als auch Wolfgang Porsche an den Entscheidungen „im Zusammenhang mit dem Aufbau der Volkswagen-Beteiligung in den Jahren 2005 bis 2008 beteiligt gewesen seien“.

Tatsächlich haben die Fonds damals viel Geld verloren: Sie wetteten auf einen fallenden Kurs der VW-Aktie. Doch das Papier schoss in die Höhe. Alles in allem machen Privatanleger und Fonds nun gegen VW und Porsche Schadenersatz in Höhe von 5,7 Milliarden Euro geltend. Besonders tragisch war der Fall des schwäbischen Unternehmers Adolf Merckle (Ratiopharm, Heidelberg Cement), der mit den Spekulationen einen dreistelligen Millionenbetrag verlor und sich das Leben nahm. alf/dpa

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