Wirtschaft : Heftige Kritik am Standort D

DÜSSELDORF (HB).Zwei Drittel der Führungskräfte in deutschen Unternehmen erwarten, daß sich die Standortbedingungen in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern werden.Dies geht aus dem Handelsblatt Business-Monitor, einer repräsentativen Befragung des Psephos-Institutes (Potsdam) im Auftrag des Handelsblattes, hervor.

Nur acht Prozent der Führungskräfte gehen laut Umfrage davon aus, daß sich die wirtschaftlichen Standortbedingungen verbessern.Besonders pessimistisch zeigten sich Manager aus den Branchen Metallerzeugung/-bearbeitung, Maschinen-/Fahrzeugbau und Elektroindustrie.Vor dem Hintergrund der skeptischen Sicht auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung wollen ein gutes Drittel der Unternehmen nach Angaben der Führungskräfte die Mitarbeiterzahl in den kommenden zwölf Monaten verringern, nur ein Viertel will eher Neueinstellungen vornehmen.Insbesondere im Baugewerbe ist dies mit einer deutlichen Senkung des Investitionsvolumens verbunden.Gerade die Manager von Unternehmen mittlerer Größe (500 bis 5000 Beschäftigte) gaben an, daß ihre Firmen deutlich Beschäftigte abbauen wollen.Befragt wurden in der Zeit vom 15.Februar bis 10.März - also noch vor dem Rücktritt Oskar Lafontaines als Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzender - 1381 Führungskräfte der deutschen Wirtschaft.

Im Rahmen der Befragung, die auch detaillierte Beurteilungen der Arbeit der Bundesregierung und Opposition einschließt, wurde außerdem um Stellungnahmen zu aktuellen politischen Fragen gebeten.Sehr pessimistisch werden die Erfolgschancen für das Bündnis für Arbeit gesehen: 70 Prozent der Führungskräfte erwarten, daß es überhaupt nicht zum Abbau der Arbeitslosenzahlen beitragen werde; nur zwei Prozent glauben, daß durch das Bündnis die Arbeitslosigkeit deutlich gesenkt werden könne.Die Mehrzahl der Führungskräfte (70 Prozent) lehnen einen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie ab.Diese Haltung der deutschen Manager steht in deutlichem Gegensatz zur Meinung der Bevölkerung: Nach einer zusätzlich im Auftrag des Handelsblattes vom 12.bis 15.März durchgeführten Repräsentativbefragung unter der Wahlbevölkerung sind nur 50 Prozent der Wahlberechtigten für einen Ausstieg aus der Kernenergie, dagegen sind 40 Prozent.

Die repräsentative Stichprobe umfaßt Manager in Betrieben mit mindestens 100 Beschäftigten aus allen Branchen und Regionen.Für den Aufbau des Panels wurden nur Personen der ersten Entscheidungsebene berücksichtigt - Geschäftsführer, Betriebs- und Geschäftsleiter, Vorstandsmitglieder und -vorsitzende sowie Direktoren.In rund 92 Prozent der Unternehmen ist eine Person pro Firma für das Panel angeworben worden, in sieben Prozent der Fälle zwei sowie in einem Prozent drei oder vier Personen.Aufgrund der Stichprobenanlage ist das Panel repräsentativ: Es ist ein Abbild der Entscheider der ersten Führungsebene in deutschen privatwirtschaftlichen Unternehmen.

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