Wirtschaft : Heftige Proteste in der Schweiz gegen Werksschließungen

Der Widerstand gegen die Schließungspläne des Schienenfahrzeugherstellers Adtranz in der Schweiz und in Nürnberg wird immer heftiger. Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Wochenende in Zürich gegen die Schließung der schweizerischen Produktionswerke in Pratteln und Zürich-Oerlikon. Sie forderten Politik und Behörden zu einer härteren Haltung gegenüber der DaimlerChrysler-Tochter auf. Ein Sprecher der Schweizerischen Bundesbahnen schloss unterdessen Konsequenzen bei den Aufträgen für Adtranz nicht aus.

Der Züricher Stadtpräsident Josef Estermann warf dem Unternehmen "Shareholder-Denken" vor. In Nürnberg, wo das Werk mit noch 850 Mitarbeitern schließen will, nannte die IG Metall das Adtranz-Management "Platt-Macher in Nadelstreifen". Die Mitarbeiter fühlten sich "belogen und hintergangen".

Der Sprecher der Schweizerischen Bundesbahnen, Christian Kräuchi, sagte in einem Radiointerview, die Bahn würden Adtranz im Hinblick auf die vierte Tranche der IC-2000-Doppelstöcker sicher Bedingungen stellen. Nach einem Treffen mit der Adtranz-Konzernleitung Anfang Dezember werde entschieden, ob und zu welchen Konditionen die vierte Tranche in Auftrag gegeben werde. Der Zürcher Stadtrat Thomas Wagner wies in der "SonntagsZeitung" darauf hin, Grundlage des Vertrags mit Adtranz zur Lieferung der neuen Cobra-Straßenbahn sei deren Herstellung in der Schweiz. Zürich hat bisher 17 solcher Bahnen bestellt; über die Lieferung von 50 bis 60 weiteren wird verhandelt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar