Wirtschaft : Heidelberger Zement: Baukrise wird für den Konzern immer teurer

Die Baukrise in Deutschland führt beim Baustoffproduzenten Heidelberger Zement zu einem Gewinnrückgang. Der Jahresüberschuss im Konzern werde 2001 mindestens zehn Prozent unter dem Rekordergebnis des Vorjahres von rund 400 Millionen Euro liegen, prognostizierte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Zement AG, Hans Bauer, am Dienstag. "Die Entwicklung in Deutschland nimmt uns in diesem Jahr die Wachstumschancen." Nach siebenjährigem Abschwung bleibe die Bauwirtschaft am Boden. Ende des Jahres könne aber die Talsohle erreicht sein und eine erste Belebung einsetzen.

Im ersten Halbjahr hatte die weltweite Nummer drei der Branche einen signifikanten Gewinneinbruch zu verkraften. Das Konzernergebnis vor Steuern sank um knapp ein Viertel auf 155 Millionen Euro (rund 300 Millionen Mark). Der Jahresüberschuss schrumpfte zum Vorjahreszeitraum sogar um 43,7 Prozent auf 80 Millionen Euro. Ein Großteil der Einbußen ging jedoch auf Sonderabschreibungen wegen Firmenzukäufen zurück, betonte Bauer. Zugleich blieb der Umsatz - vor allem dank positiver Wechselkurseffekte - mit 3,2 Milliarden Euro stabil. Neben Deutschland, das am Geschäft der Heidelberger nur noch einen Anteil von rund 15 Prozent hat, gab es die größten Rückschläge in Westeuropa - vor allem in Belgien und in den Niederlanden. Auch die Türkei erlebe im Gefolgeder Wirtschaftskrise eine Bauflaute wie die Bundesrepublik, berichtete Bauer. Deutlich besser sah es dagegen in Osteuropa und Nordamerika aus. Der Vorstand erwartet zum Jahresende weltweit eine leichte Stabilisierung der Konjunktur. Im günstigsten Fall sei dann für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von bis zu zwei Prozent drin. Die Erträge dürften aber frühestens 2002 wieder zulegen, sagte Bauer.

Die guten Perspektiven in Osteuropa will Heidelberger Zement zur weiteren Expansion in der Region nutzen. In der Ukraine übernahm der Konzern - die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus - die Mehrheitsbeteiligung an einem Zementwerk in Kryvyi Rih. Das Werk habe eine jährliche Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen und zählt 1500 Beschäftigte. Den Kaufpreis nannte Bauer nicht. Mit diesem Engagement ist das Unternehmen nun in neun osteuropäischen Ländern präsent.

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