HEIK AFHELDT trifft … : 2012

Das Jahr des Drachen.

2012
2012Foto: dpa

Die Zeichen für das neue Jahr stehen weder auf Rot, noch auf Grün oder Gelb. Sie stehen gar nicht. Everything goes – alles geht, ein unerschütterlicher Optimismus oder ein rabenschwarzer, abgrundtiefer Pessimismus. Die alles erschütternde Finanz- und Wirtschaftskrise ist denkbar und zumindest nicht völlig ausgeschlossen. Und die würde das stolze, anscheinend so solide aktuelle deutsche Wirtschaftswunder stören oder gar zerstören.

Allzu viele Menschen folgen den Prognosen der Weltuntergangspropheten, sehen Krise, wo sie noch gar nicht angekommen ist. Die neue Lust am Untergang. Die gefühlte Temperatur ist gefährlich und gefährlich ansteckend hoch! Und so entsteht die Gefahr, dass zuerst die Banken und dann die reale Wirtschaft in den immer neu verordneten Heilwässerchen ertrinken. Die ständig wiederholten Stresstests und die jeweils verstärkten Anforderungen an die Risikovorsorge erhöhen das Risiko immer mehr. Kommt jemand oder etwas in Sicht, der oder das die Herde zur Umkehr bringt? Keiner in Sicht. Helmut Schmidt ist schon 93!

Die deutsche Wirtschaft läuft immer noch mehr als rund. Die nüchternen Zahlen zu Auftragsbeständen, Beschäftigung, geplanten Investitionen und Konsum belegen das. Und das nicht nur bei den stets besonders tüchtigen Schwaben, Franken oder Sachsen – auch in Berlin. Also ist auch 2012 ein Wachstum von ein bis zwei Prozent möglich.

In China beginnt bald das Jahr des Drachen. „Im Leben haben Drachen einen festen Willen und sind erfolgreich, egal, was sie auch anpacken”, heißt es. Wie hilfreich wäre es, wenn sie feuerspeiend auch gleich möglichst alle gewissenlosen Spieler und Dealer in der weltweiten Finanzbranche kräftig ansengen würden.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegels.

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