HEIK AFHELDT trifft … : Axel Wunschel

Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Berlin-Brandenburg.

Axel Wunschel,
Axel Wunschel,

Verbände gibt es in der Region in großer Zahl. Aber es gibt nur einen, der in der alten Stalin-Villa in Babelsberg sitzt. Außerdem ist der Verband so eng mit der Entwicklung Berlins und Brandenburgs verbunden wie kaum ein anderer. „Dem Bau geht es nur gut, wenn es der Region gut geht“, weiß Axel Wunschel, der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg nur zu gut.

Seit 1996 leitet Wunschel mit heute 13 Mitarbeitern die Geschicke des Verbandes mit seinen 150 Mitgliedern und deren etwa 12 000 Beschäftigten. Mehrheitlich sind es mittelständische Unternehmen. Der Bauindustrieverband ist gleichzeitig Unternehmer- und Arbeitgeberverband und sehr aktiv in der Berufsförderung für Industrie und Handwerk.

Mit Verbandsarbeit hat der gelernte Speditionskaufmann und sprachbegabte Jurist mit den fröhlichen Mundfalten, der randlosen Brille und dem grau melierten vollen Haar schon zuvor reiche Erfahrungen gesammelt. Nach den Studien in Bordeaux und Freiburg – und seiner Entscheidung gegen das Richteramt – war er ab 1991 im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in Wiesbaden und Mainz an führender Stelle für den Auslandsbau zuständig. Das führte auch zum Deputy Director General im Verband der European International Contractors.

Und was ist seine wichtigste Aufgabe heute? Seine klare Antwort: Die Rahmenbedingungen für den Bausektor günstig zu gestalten und die Politik von der Bedeutung einer Top-Infrastruktur zu überzeugen. Nach dem Ausbau des Flughafenumfeldes steht für ihn dabei die Binnenschifffahrt an vorderster Stelle.

Der Grund: Die Europakähne, die bis zu 80 Container laden können – und damit jeweils 80 Lastkraftwagen ersetzen – „kommen heute nicht nach Berlin“. Die Drehscheibe für das neue Europa klemmt im Süden an der Schleuse in Kleinmachnow und auch im Norden auf dem Weg zum neuen Schiffshebewerk an der Oder. Ein Unding, findet Wunschel.

Dass er vor 52 Jahren am Wasser in Venedig geboren wurde, hat mit diesem Votum nichts zu tun. Dort war sein Vater Technischer Leiter einer Mälzerei. Später zog die Familie nach Krefeld und dann – noch vor dem Abitur – weiter nach Freiburg. Das hat der sportliche und abenteuerlustige Junge gut verkraftet. Er ist daran sogar noch gewachsen.

Heute lebt die Familie mit ihren beiden Kindern mit Begeisterung im Westen der Stadt. Die Weltumsegelung, von der er schon als kleiner Junge geträumt hat, muss aber noch warten.

Heik Afheldt war Herausgeber

des Tagesspiegels.

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