HEIK AFHELDT trifft … : Dennis Rabensdorf Geschäftsführer der Rackow-Schulen

Dennis Rabensdorf,
Dennis Rabensdorf,

Ihren Berliner Sitz in der Fasanenstraße erkennt man von weitem an dem großen Sonnensegel auf dem Dach. Aber wer weiß, welch traditionsreiche Institution sich hinter dem Namen Rackow-Schulen verbirgt? Dennis Rabensdorf, einer der beiden Inhaber und Geschäftsführer, Berliner und Betriebswirt, skizziert die eindrucksvolle Geschichte. Bereits 1867 wurde sie von August Rackow nach einer schweren Kriegsverletzung begründet, damals mit dem Motiv, andere Kriegsversehrte auf neue, schonende Büroberufe umzuschulen. Daraus ist in den 144 Jahren eine Gruppe von Bildungseinrichtungen zur qualifizierten Aus-, Fort- und Weiterbildung geworden.

In diesem immer bedeutender werdenden „Markt“ setzen sie an den Standorten Berlin, Frankfurt und Schwedt mittlerweile rund vier Millionen Euro um. Zwei Drittel davon kommen aus den öffentlichen Bildungshaushalten als Leistungen für Ersatzschulen. Insgesamt zählen sie heute über 700 Schüler, fast die Hälfte in Berlin. In Frankfurt am Main besitzen sie ein eigenes Schulgebäude mit 3500 Quadratmetern. Und weiteres Wachstum, erklärt überzeugend der nüchterne, „zahlenaffine“ Mitinhaber, ist angesagt. Mit dem Konzept des Gründers, individuelle Förderung in kleinen Gruppen, und den Spitzenwerten der Zertifizierer möchten sie zukünftig auch in die frühkindliche Bildung einsteigen und denken über eine Expansion in Süddeutschland nach. Gute Pädagogen zu finden – 100 feste und freie Mitarbeiter sind es heute – sei nur bei Mathematikern schwierig.

Das Unternehmen, das er und sein Partner Tim Balzer 2004 von den Nachkommen übernommen haben, macht dem Sohn eines Polizeibeamten spürbar Spass. Dabei wollte er eigentlich etwas mit Steuern machen. Bei Daimler-Chrysler war er deshalb nach dem Diplom im Controlling und vorher und nachher schon als Lehrer für EDV und Steuern bei Rackow tätig. Das Thema seiner Diplom-Arbeit „Prognose-Berichterstattung der Dax-Unternehmen“. Ergebnis: Je umfangreicher der Text, desto wolkiger die Aussagen.

Privat liebt er schnelle Autos und fixe Boote, seine Frau und den kleinen Sohn. Viel gereist ist er im Leben und das Tennis-Racket hat er früher häufiger geschwungen. Die Stadt Berlin findet der Falkenseer richtig gut, die Behörden hier allerdings seien „echt anstrengend“.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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