HEIK AFHELDT trifft … : Einar Skjerven

Immobilienkaufmann.

Einar Skjerven.
Einar Skjerven.Foto: promo

Es ist eines dieser traumhaften Büros am Kudamm, das man zu gerne als Wohnung haben würde. Der wohlgebräunte, stattliche Norweger mir gegenüber handelt zwar mit Wohnimmobilien, aber diese ist nicht zu haben. Hier verwalten er und seine acht Helfer und Helferinnen die 1500 Wohnungen, die sie für die geschlossenen Immobilienfonds der Firma Industrifinans zunächst für norwegische Investoren in Berlin erworben haben. Auch die norwegische Kirche zählt zu den Zeichnern. Einar Skjerven ist begeistert von Berlin und überzeugt von der Zukunft der Stadt. Deutschland sei der drittgrößte Immobilienmarkt der Welt und Berlin in Deutschland die Stadt mit den größten Wachstumschancen. Noch könnte man Wohnungen an guten Lagen für um die 100 000 Euro kaufen. Und bei anhaltendem Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum seien steigende Preise und Mieten so gut wie sicher.

Bevor er hier richtig „eingekauft“ hat, war er ein halbes Jahr als „Berlin-Schnüffler“ unterwegs. Er wollte genau wissen, welche Stadtteile die Neuberliner besonders schätzen und welche Wohnungstypen gefragt sind. Dann ging es an die Investitionen von zusammen bisher gut 150 Millionen Euro. Jedes Haus, sagt der Mann aus dem Norden, der in einer der schönsten Städte Europas, in Alesund aufgewachsen ist, habe ein eigenes Karma. Das gilt nicht nur für die Altbauten, die er bevorzugt, sondern auch für manche Häuser aus den 60er Jahren.

Mit Investments hatte der sportliche Nordmanne schon seit Kindesbeinen Berührung. Beide Eltern waren Lehrer, aber der Vater hat schon früh mit Aktien und Schiffsanteilen Geld verdient. „Etwas mit Geld machen“, war deshalb für den guten, etwas ungeduldigen Schüler am Wirtschaftsgymnasium früh sein Berufsziel. Nach seinem Jahr als Soldat war der MBA in Oslo 1990 deshalb ganz logisch. Der Start bei der Industrifinans war enorm erfolgreich. Damals hatten die drei Partner gerade mal zehn Millionen Euro „under Management". Zu der Zeit lag Spargeld in Norwegen fast ausschließlich bei den Banken. Neun Jahre später gingen sie mit zwei Fonds und 1,5 Milliarden Euro „under Management“ an die Osloer Börse. 2006 hat er die deutsche Industrifinans gegründet, 2020 wollen sie in jedem Stadtteil ein Büro haben. Privat wohnt die Familie im Grunewald. Norwegen, schwärmt er, sei das schönste Land, Berlin die schönste Stadt. Tennis spielen sie bei Blau-Weiß. Der Ball bleibt im Spiel – und der Spieler sicherlich auch.

- Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegels

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben