HEIK AFHELDT trifft … : Florian Langer, Personalberater

Foto: promo
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Für ihre Kunden suchen sie Köpfe, die möglichst ideal auf deren Anforderungsprofil passen. Der Kopf von Florian Langer ist ziemlich groß, von lockigem blonden Haar bedeckt und mit einem Drei-Tage-Bart verziert. Er erzählt von seinen Erfolgen und auch vom gelegentlichen Scheitern: etwa eine Warteschleife am Gymnasium und nicht ganz freiwillige Schulwechsel. Das Abi hat der gebürtige Berliner, Sohn eines Volkswirts, seinerzeit in der Leitung der HdK, und einer Mutter, die in der Personalabteilung der TU arbeitete, schließlich am Oberstufenzentrum für Wirtschaft geschafft. Sport hat den „fröhlichen Schüler“, wie er sagt, mehr interessiert als manches andere. Tennis vor allem, Hockey und Skifahren waren seine Favoriten. Mit Freunden aus dem Tennisclub fährt er noch heute jedes Jahr gemeinsam in den Schnee.

Das sehr partnerschaftliche Verhältnis zu seinem Vater hat er in besonderer Erinnerung. Zweimal im Jahr sind nur sie gemeinsam verreist. Er wurde immer durchgestellt, egal was sein Vater gerade für Gespräche führte. Über Taschengelderhöhungen wurde regelrecht verhandelt mit „Businessplänen“, wozu das Geld gebraucht würde. Vor dem Zivildienst in einem Pflegeheim und am Benjamin-Franklin-Klinikum war er sechs Wochen in Florida. Dann haben sein Vater und er die richtige Uni gesucht und in Maastricht gefunden. Internationale Beziehungen hat er mit Enthusiasmus studiert, in Acht-Wochen-Blöcken und – gut für ihn – ziemlich verschult. Als Tennistrainer und bei Sixt hat er nebenher gejobbt, fließend Holländisch gelernt, ein Praktikum an der Europäisch-Amerikanischen Handelskammer in San Francisco gemacht und dort einen Kongress der GSO (German Scholar Organisation) mitorganisiert.

Nach einem Leben aus dem Koffer wollte er 2007 zurück zu Familie und Freunden nach Berlin. Die Welt der Wirtschaft und Finanzen fand er hochinteressant, und so heuerte er bei der Personalberatung Hays an. Dann kam die Krise und er wechselte zu Michael Page – auch wieder um Finanzleute zu vermitteln. Bis er sich mit seinem damaligen Vorgesetzten und zwei weiteren Partnern im September 2010 selbstständig gemacht hat. Headmatch heißt die Partnergesellschaft, und sie läuft offenbar glänzend. Ihr kleines und feines Büro haben sie am Potsdamer Platz 11. Zu den Kunden zählen Bombardier, Cornelsen, Dussmann, EasyJet und Q-Cells, aber auch der WWF oder Transparency International. Über 20 Mandate mit einem Honorarvolumen von 250 000 Euro gab es bereits. Das Geschäft, sagt er zufrieden, sei extrem personenbezogen. Sie wollen weiter expandieren in Berlin und Deutschland und in zehn Jahren bis zu 20 Mitarbeiter haben.

Zu seinen Plänen und Träumen gehört auch, in spätestens fünf Jahren ein eigenes Restaurant Florian zu eröffnen. Ob seine Freundin aus Norwegen, Schauspielerin, das dann gut findet, wer weiß. Immerhin wohnen sie schon gemeinsam in der Kantstraße – nicht mehr aus dem Koffer!

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

Florian Langer (29) ist einer der Gründer der Headmatch Partnerschaftsgesellschaft (www.headmatch.de) und besitzt den Bachelor of Social Sciences. Geboren wurde er in Berlin.

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