HEIK AFHELDT trifft … : Hans-Christian Gützkow Geschäftsführer von Total Deutschland

Hans-Christian Gützkow,
Hans-Christian Gützkow,

Da steht es, das eindrucksvolle Bekenntnis zum Engagement in Deutschland: Der Total Tower gleich hinter dem Hauptbahnhof. Hoch oben im 17-stöckigen Gebäude mit einem fantastischen Blick über die Stadt empfängt mich der Deutschland-Chef des global aktiven französischen Konzerns: Hans-Christian Gützkow, einziges Kind eines Musikverlegers, behütet im kleinen Oberndorf in Hessen aufgewachsen, Klassensprecher und später Vertrauensmann bei seiner Fernmeldetruppe. Ein Mann mit hoher Stirn und randloser Brille, der gerne lacht.

In Wiesbaden hat er zunächst Chemie studiert. Aber er wollte mehr, er sah die Vorteile einer Doppelqualifikation. Also machte er in Frankfurt am Main noch den Wirtschaftsingenieur. Er und seine Kommilitonen gingen damals,1992, dann auf dem Arbeitsmarkt „weg wie warme Semmeln“.

Ihn zog es zum Bitumenwerk der Elf Mineral nach Brunsbüttel. Auch das gehörte schon zu Total – und das Werk damals total tief in den roten Zahlen. Der Export war eingebrochen. Der junge Manager brachte es wieder in die Gewinnzone. Das machte ihn in der Zentrale zu einem überall einsetzbaren „Trouble Shooter“. Im süddeutschen Sigmaringen konnte er das als Geschäftsführer bei der Fusion der Südgas erneut unter Beweis stellen. Dabei hatten sie gerade ihr neues Haus in Hermsdorf bezogen. In Berlin hatte Total nämlich seine deutschen Mineralaktivitäten zusammengezogen.

Das Klima in dem französischen Unternehmen gefällt ihm auch nach 20 Jahren noch. Es sei sehr dezentralisiert, immer fair mit viel Freiraum für das Management innerhalb der natürlich mit Paris abgestimmten Strategie. So „könne man etwas bewegen“, sagt Gützkow. „Hervorragende Ergebnisse“ sind weiterhin das oberste Ziel. Dabei wiegen Kundenzufriedenheit und Nachhaltigkeit schwer. Ihren Marktanteil bei den deutschen Tankstellen wollen sie von heute sieben auf zehn Prozent erhöhen.

Zur „faszinierenden Aufgabe“ zählt er aber auch die Steigerung der Energieeffizienz und die Erweiterung des Geschäftsmodells „Fossile Energie“ auf grünen Wasserstoff und „Erneuerbare“ etwa mit ihrer Schwesterfirma Sunpower. Seine eigene Energie erneuert er in der Freizeit mit Tennis, Golf, Ski und Laufen und Familienleben.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben