HEIK AFHELDT trifft … : Jennifer Woelki

Geschäftsstellenleiterin AG City.

Jennifer Woelki,
Jennifer Woelki,

Es ist schwierig, dieser schlanken, attraktiven Frau mit ihren langen schwarzen Haaren und den dunklen eindringlichen Augen nicht fasziniert zuzuhören. Wenn sie aus ihrem an Erfahrungen reichen Leben erzählt, erfährt man bald, dass das anderen auch so gegangen sein muss. Fünf Nachnamen hat sie bisher getragen. Geboren wurde sie vor kaum 40 Jahren in Lichtenberg als Tochter einer einfachen Arbeiterfamilie. In wenigen Tagen wird sie durch ihre ältere Tochter die jüngste Großmutter, die mir begegnet ist.

Nach der Mittleren Reife wollte sie eigentlich Friseurin werden. Mit Dienstleistungen hatte man in der alten DDR wegen der Trinkgelder mehr Chancen auf ein gutes Einkommen als mit akademischen Berufen, sagt sie. Aber dann wurde es die Ausbildung zur „Facharbeiterin für Schreibtechnik“ bei Robotron in Marzahn. Ihr erster Job im Westteil der Stadt brachte ihr traumhafte 1700 D-Mark bei einer Zeitarbeitsfirma, Erfahrungen und Beziehungen. Sie arbeitete in einem Dialyse-Zentrum, im Salon am Festungsgraben, in der Leitung einer Spedition und in der Top Lounge im Palace. Vor sieben Jahren warb die AG City sie ab.

Nach kurzer Zeit wurde sie Leiterin der Geschäftsstelle in der Budapester Straße. Sie sind dort zwar nur drei feste Mitarbeiter mit einem Jahresbudget von knapp 200 000 Euro. Aber sie bewegen mit ihren Projekten und Aktionen unendlich viel. Die berühmte Weihnachtsbeleuchtung, die Oldtimer-Parade mit einer halben Million Zuschauern oder der 125. Geburtstag des Kurfürstendamm. Der ist das Rückgrat für ihre Mission, die City-West zu neuem Glanz zu führen. Die „junge Großmutter“ war früher mal Top als Eisschnellläuferin und Dritte in der Berliner Tischtennismeisterschaft. Jetzt bleibt sie mit gelegentlichen Golfrunden am Ball.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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