HEIK AFHELDT trifft … : Markus Becker

Geschäftsführer

Markus Becker,
Markus Becker,

„In Oberschöneweide ist bald viel los“, begrüßt mich der junge Mann mit dem rötlichen Backenbart oben im nüchternen Besprechungsraum des Gründerzentrums „Spreeknie“. Das bezieht er nicht nur auf die Firma, die er vor vier Jahren mit zwei Partnern ganz ohne Förderung gegründet hat. Ihre Idee hat inzwischen Investoren überzeugt: die Investitionsbank Berlin (IBB), den High-Tech-Gründerfonds, „Business Angels“ und einen Privatinvestor aus der Schweiz. Das Kapital brauchen sie nicht, um Maschinen zu kaufen oder zu bauen, sondern um ihre jetzt schon 25 Mitarbeiter zu bezahlen und das geplante Wachstum zu finanzieren. Die Gewinnschwelle ist in Sicht. „Auf einem sehr, sehr guten Weg“ seien sie, schmunzelt der seriös wirkende Arbeitersohn aus dem Saarland.

Was verkaufen sie? Eine Software, mit der Firmen ihre Fertigungsprozesse mit allen Umweltwirkungen abbilden, den gesetzlichen Anforderungen anpassen und Einsparungen realisieren. Dafür müssen ihre Kunden keine eigene Software installieren und pflegen. Das alles macht EcoIntense auf einem Server gegen Gebühren, die je nach Größe der Firmen im Jahr vier- bis sechsstellig sein können. Kunden wie die Berliner Wasserbetriebe, Veolia, Gaz de France, Kärcher und Siemens hat die Dienstleistung schon überzeugt.

Deshalb sieht der ehemalige Leistungsschwimmer, begeisterte Bergsteiger und passionierte Radfahrer – er träumt davon, durch die Mongolei zu radeln – auch optimistisch in die Zukunft. 2020 sollen es schon mindestens 100 Mitarbeiter quer durch Europa und darüber hinaus sein. In Mexiko sind sie heute schon. Und qualifizierte Bewerber gibt es reichlich.

Ob die noch alle in den Genuss der „betrieblichen Nackenmassagen“ kommen, die seine Mitarbeiter heute nutzen können? Er selbst hat als Zivildienstleistender im Pflegeheim viel gelernt, bevor er in Trier und Kaiserslautern Wirtschaftsinformatik und dann in Berlin Umweltinformatik studiert hat. Privat wohnt er mit seiner Frau, einer Internistin, und den zwei Töchtern in Friedrichshain.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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