HEIK AFHELDT trifft … : Michael Geißler Chef der Berliner Energieagentur

Michael Geißler
Michael Geißler

Im zukunftsweisenden Bau von Jean Nouvel arbeiten sie für eine möglichst breite und rasche Einführung „neuer Energien“. Die 55 Mitarbeiter haben ihre gläsernen Büros alle im 7. Stock rund um die großen Glastrichter, die das gesamte Gebäude von innen belichten. Das Büro des Geschäftsführers Michael Geißler gleicht einer Kommandobrücke mit Blick auf Berlin. Ein großes gelbes „Sonnenbild“ strahlt hinter dem Schreibtisch in den Raum. Der Wirtschaftsingenieur ist zufrieden mit seinem Job. Hier kann der Sohn eines Bürgermeisters aus Kleinerzheim im Kreis Aschaffenburg seine frühe Begeisterung für Politik –„das Elternhaus war sehr öffentlich“ – und seine Neigung, innovative Projekte „auf die Straße zu bringen“, verwirklichen.

Deshalb ist er nach vier Semestern Politologie an der FU auch umgestiegen in den damals neuen Studiengang Umwelttechnik an der Beuth-Hochschule. Von dort hat die Bewag ihn geholt, um das Projekt einer Rauchgas-Wasserentsalzung im Kraftwerk Oberhavel zum Erfolg zu bringen. Das ist gelungen. Das Kraftwerk gibt es zwar nicht mehr, aber „seine“ modernen Anlagen wurden gut verkauft. Der Ausdauersportler und junge Vater wollte mehr: Noch ein Studium an der TU mit Schwerpunkt Energie und den Dipl.-Ing.. Die Brücke zu seinem Einstieg bei der neuen Berliner Energieagentur 1994 als „Erster Ingenieur“ war eine Seminararbeit zu Energieeinsparung und Neuen Energien. Er ist stolz auf 70 Blockheizwerke in Berlin und die kleine neue Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Die vier Gesellschafter, Berlin, KfW, Gasag und Vattenfall, lassen die Agentur investieren. Wirtschaftliche Lösungen peilen sie an und machen bei 15 Millionen Euro Umsatz auch eine ordentliche Rendite.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

0 Kommentare

Neuester Kommentar