HEIK AFHELDT trifft … : Michael Kunzmann

Geschäftsführender Gesellschafter Havelland Express.

Michael Kunzmann
Michael Kunzmann

Schon die Website des Unternehmens macht Appetit: Ruppiner Lammkeule und Müritz-Zander. Noch anregender ist der Rundgang mit dem enthusiastischen Mitgründer durch die 15 supermodernen Kühlzonen des großen Logistikzentrums direkt an der A 100 in Tempelhof. Nur wenige Menschen sind dort zu sehen, fast alles ist automatisiert. Die 1000 Kunden aus ganz Deutschland, Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels erhalten ihre Lieferungen innerhalb von 24 Stunden. Das gesamte Lager mit fast 3000 Produkten aus der Region und 180 Ländern schlägt sich einmal pro Woche um. „Wir können nicht langsam“, betont der lebensfrohe gelernte Koch schmunzelnd.

Vor 20 Jahren haben Michael Kunzmann und sein Stiefvater, H.P. Paech, das Geschäft „als Versuch“ gestartet. Die Versorgung der nun vereinten Stadt mit Qualitätsprodukten aus der landwirtschaftlich so reichen Region, das war ihre Idee. Begonnen hat es mit Beelitzer Spargel und Kaninchen.

Die Produzenten haben sie sich „herangezogen“ und zusammen mittlerweile anerkannte Marken wie die „Brandenburger Ente“ und das „Havelländer Apfelschwein“ geschaffen. Fünfundzwanzigtausend Enten und fünfzehntausend Kaninchen verkaufen sie heute im Jahr.

Bio ist selbstverständlich und wird konsequent auf allen Schritten der Kette vom Bauern bis zum Versand kontrolliert. Es läuft prächtig. Das gilt auch für das noch junge Internetangebot „havelland-home“ für Private. Von dem Umsatz von 22 Millionen Euro steuern die allerdings erst ein Prozent bei. Ziel ist, den Anteil der regionalen Produkte von heute 25 auf 40 Prozent zu erhöhen. Mit dem gleichen Konzept sind sie auch in Polen tätig, während sie in Prag auf Partner setzen.

Begonnen hat alles, als der Junge aus einer Berliner Lebensmittelhändler-Ehe nach dem Abi seine Kochlehre im Kempinski machte und in der Nacht der Maueröffnung die Idee aufkam, dass da ein ungeheurer Hunger auf „gutes Essen“ entstand. Und Kochen finden heute auch ihre beiden Kinder zu Hause in Schmargendorf schon „super“.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels

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