HEIK AFHELDT trifft … : Olaf Höhn

Eisproduzent

Olaf Höhn,
Olaf Höhn,

Noch ist Eiszeit – wenn auch der launenhafte Sommer auf sein Ende zugeht. Für den lebensfrohen und quirligen Urberliner Olaf Höhn, Herr über vier bekannte Eiscafés in Spandau und Tegel und eine Eismanufaktur, ist das kein wirklicher Einbruch. Seine Eiskreationen unter der Marke Florida Eis verkaufen sich auch in Herbst und Winter. Von seinen insgesamt fast 600 Plätzen bleiben dann nur die im Freien häufiger leer. Die Zahl der Mitarbeiter geht von 140 in der Hochsaison auf knapp 70 im Winter zurück. Insgesamt 700 Tonnen Eis im Jahr von höchster Qualität, so sagt er, produzieren die Mitarbeiter mit Höhns Geschäftspartnerin, der Konditorin Simone Gürgen. Und nun bauen sie eine neue Fabrik im drei Kilometer entfernten Sanierungsgebiet von Staaken mit Fördermitteln der Investitionsbank Berlin für sechs Millionen Euro. Die Fabrik sei sein Geschenk zu seinem runden Geburtstag vor zwei Jahren.

Der „eisige Umsatz“ erreicht im Jahr 4,5 Millionen Euro. Immerhin knapp vier Prozent davon verkaufen sie deutschlandweit unter dem Label „Florida Eis-Express“ übers Internet. Für die Zukunft hat der gebürtige Neuköllner – an seinem „Berlinern“ unschwer zu erkennen – noch hochfliegende Pläne. Zwei weitere Cafés plant er in Mitte, und er denkt über Franchising nach.

Hochfliegen ist auch das private Vergnügen des studierten Diplomingenieurs und Hobbypiloten. Maschinenbau hat der zweite Sohn eines Bäcker- und Konditormeisters nach dem Abitur an der TU studiert, zuvor eine Lehre bei Werner & Pfleiderer in Stuttgart gemacht und bis 1980 begeistert Autorennen – immer mit den falschen Boliden, sagt er –, gefahren. Berühmt wollte der junge Mann werden, der sich als „ehrgeizig und bodenständig“ bezeichnet. Der fertige Ingenieur hat dann aber mithilfe seines Vaters das bereits seit 1925 bestehende Florida-Eiscafé in Spandau erworben, während sein Bruder noch heute die Geschäfte des Vaters weiterführt.

Die Begeisterung des ausgebildeten Maschinenbauers für Technik hat seit Fukushima einen Dämpfer erhalten. Seine jetzige ökologische Orientierung verdankt er auch seinem Sohn, der Geologe ist. Die neue Eisfabrik, erzählt er stolz, wird CO2-frei produzieren. Privat liebt der sportliche Herr nicht nur das Fliegen und schnelles Fahren, sondern auch das Abtauchen, in Frankreich, beim Schlemmen oder in Ostafrika beim Schnorcheln mit einem Freund aus den Studentenjahren. Man kann gespannt sein, was er sich zum 70. Geburtstag schenkt.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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