HEIK AFHELDT trifft … : Paul Heinen, Multiunternehmer

Foto: promo
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Ein einzigartiger Höhepunkt in Berlin: das neue Panoramacafé am Potsdamer Platz mit fulminantem Rundblick über die Stadt und einer Ausstellung über den historisch so bedeutsamen Platz oben im 24. und 25. Stock. Der schnellste Fahrstuhl Europas bringt uns in null Komma nichts in die luftige Höhe. Voller Begeisterung führt mich Paul Heinen, der fröhliche Erfinder der Attraktion, herum. Zur Einstimmung soll den Besuchern ein eindrucksvoller Film über die wechselvolle Geschichte des einst belebtesten Platzes in Europa gezeigt werden. Gemacht hat ihn die Grimme-Preisträgerin Britta Bauer. Seine Idee hinter dem ganzen Projekt: Die Leute sollen wissen, was sie sehen! Edutainment heißt das heute. Mehr als zwei Millionen Euro hat er investiert und rechnet mit 250 000 bis 300 000 Besuchern pro Jahr bei einem Eintritt von 5,50 Euro. Zu acht betreuen sie die Menschen, dazu kommen Security-Leute. Am 15. Juli ist Eröffnung.

Der Panoramapunkt ist nicht das erste kreative Projekt des Informationselektronikers und studierten Designers, der im beschaulichen Lissendorf in der Eifel aufgewachsen ist. Sein Vater war Inspektor bei der Bahn und begnadeter Klavierspieler. Sogar James Last hat er begleitet. Die Mutter ist eine engagierte „Sozialarbeiterin“. Der Sohn war Hochleistungssportler, Schulsprecher und spielte in der Schulband. Nach der mittleren Reife kamen Lehre und Fachabitur. Von seinem Professor hat er das Rezept für seine Aktivitäten: Die logische Verknüpfung von vorhandenem Wissen. Mit diesem Credo stieg er 1990 nach dem Vordiplom als „rechte Hand“ beim Hamburger Kinounternehmer Achim Flebbe ein. Quer durch die Republik, in Dänemark, in Polen und in der Türkei haben sie mehr als 50 Multiplex-Kinos aufgebaut. Das ging gut, bis der Schauspielerstreik in Hollywood und die immer größeren Fernsehgeräte den Boom beendeten. Mit der Astor-Filmlounge am Kurfürstendamm haben sie jetzt einen neuen Aufschlag gestartet.

Ein anderes ihn begeisterndes Projekt ist die große Tutanchamun-Wanderausstellung mit den nachgebauten Grabbeigaben. Mit großem Erfolg ist sie in Hamburg, München, Budapest, Madrid und Zürich gewesen und zieht weiter. Zwei Millionen Euro haben sie für den Nachbau in Ägypten investiert, fünf Millionen Euro kostete die Ausstellung, die 18 Trucks für den Transport benötigt. Auf der langen Liste seiner ideenreichen Unternehmungen finden sich noch das Regenwaldhaus in Hannover, der Motorradgottesdienst in Hamburg, die Biosphäre, das Ganymed und die Maxx Bar in Berlin. Alle seine Projekte startet der ungewöhnlich kreative Mann immer mit Partnern.

Was kommt als Nächstes? Er schwärmt von einer großen Aktion zum Thema „Ars Popular“, Kunst den normalen Menschen näherzubringen. Aber eigentlich, gesteht er, müsste er dringend ein „Nein-sag-Seminar“ belegen – in Berlin oder Hamburg, wo er jeweils mit Sehnsucht nach der anderen Stadt lebt.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

Paul Heinen (49) ist Geschäftsführer des neuen Aussichtscafés „Panoramapunkt Berlin“ und weiterer Firmen. Der Informationselektroniker stammt aus der Gegend um Gerolstein in der Eifel.

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