HEIK AFHELDT trifft … : Peter Fissenewert

Rechtsanwalt

Peter Fissenewert ist Partner
Peter Fissenewert ist PartnerFoto: picture alliance / dpa

Beim zweiten Anlauf klappt es mit dem Termin. Nicht im eindrucksvollen Sitz der Kanzlei am Ku'damm, sondern im Garten vom Café Einstein. Schwarzer Blazer, rosa kariertes Hemd, weißes Kavalierstuch, ein künstlerischer dunkler Haarschnitt. Darunter ein freundlicher Jurist, der in seinen bald 50 Jahren schon manche Positionen besetzt hat.

Er stammt aus einer kinderreichen bürgerlichen Unternehmerfamilie aus Gütersloh. Trompete hat er gespielt und Fußball und sich über die Ungerechtigkeiten in der „sehr strengen Schule“ geärgert. Das, sagt er, war der Grund, warum er Jurist werden wollte. Studiert hat er „weg vom engen Gütersloh“ in Göttingen. Sein Promotionsthema: Irrtum bei der Steuerhinterziehung. Der Hintergrund: acht Millionen neue Steuerpflichtige in den ostdeutschen Ländern, die plötzlich mit dem überkomplizierten westdeutschen Steuersystem konfrontiert waren.

Heute, als Partner in der mittelgroßen Kanzlei Buse, Heberer, Fromm – rund 35 Millionen Jahresumsatz – befasst er sich von Berlin und Brüssel aus vor allem mit Insolvenzrecht und Compliance. Hier gebe es gerade bei Mittelständlern beachtliche Fortschritte, Ombudsmänner und -frauen kümmern sich jetzt um Verstöße. Sein zweiter Schwerpunkt im Leben ist die Tätigkeit für den Verein der Freunde des Herzzentrums. Mit den Geldern fördern sie Geräte, Forschungsprojekte und die Akademie für Kardiotechnik.

Welche Stationen gab es bisher noch auf seinem Lebensweg? Drei Jahre hat er einen mittelständischen Büromöbelhersteller und drei Jahre die CDU-Fraktion in Neukölln geführt, er war Pressesprecher des Innensenators und Assistent bei der Berliner Olympia GmbH. Dort hat er „unglaubliche Dinge erleben dürfen“. Seine Mutation vom „Linken zur CDU“ datiert er auf seine Studienzeit in Göttingen. Seine berufliche Zukunft sieht er nicht unbedingt nur als Anwalt. Er kann sich auch vorstellen, wieder Unternehmer zu werden. Und vielleicht habe ich da einen künftigen Geschäftsführer einer Berliner Olympiabewerbung getroffen. Er könnte dann ja weiter mit seiner Frau, die früher auch in der Kanzlei gearbeitet hat, und ihren beiden Kindern in Heiligensee wohnen und in der Freizeit Golf spielen.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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