HEIK AFHELDT trifft … : Robert Budig, Sammler von Modellautos

Robert Budig
Robert Budig

Ein Riesensortiment! Fast alle Marken von heute und gestern, neu oder gebraucht. Auf über 10 000 Modelle schätzt einer von Berlins begeistertsten Autofans die Zahl seiner Fertigwagen und Bausätze. Sie alle haben Platz im vollgepackten 80-Quadratmeter-Laden an der Leibnizstraße. Dort sitzt der Charlottenburger schon seit 30 Jahren. In dieser Zeit sind die ergrauten Haare auch bis ans Kinn gerutscht. Aber die hellwachen Augen und den Spaß an den kleinen Objekten und seinen alten und neuen Kunden hat der Ur-Berliner nicht verloren.

Sein Vater war ein bekannter Uhrenspezialist. Der Sohn lernte Kfz-Mechaniker, machte bei Opel und später Lada erste Bekanntschaften mit Oldtimern. 1978 stieg er dann ins Geschäft erst mit Antiquitäten und dann bald nur noch mit Modellautos ein. Matchbox-Autos waren damals beliebte Geschenke. Robert Budig spürt, wenn ein richtiger Sammler über seine Schwelle kommt – und genießt die Gespräche. Zur Zeit gibt es eine kräftige „Ostblock-Nostalgie“. Besonders begehrt ist der IFA F8. Die Zinkguss-Modelle im Maßstab 1:43 bezieht er entweder aus China oder von der englischen Firma Brooklin. Klar, dass heute viel über das Internet läuft. Bei Budig macht das etwa die Hälfte des Monatsumsatzes von 25 000 bis 30 000 Euro aus. Die Preisspanne reicht übrigens von einem bis 1200 Euro. Die Zukunft sieht er optimistisch, weil es eine Renaissance der Handarbeit gebe. Und deshalb pflegt er auch seine eigene Modellreihe etwa mit dem Rumpler Tropfenwagen oder dem Amphicar.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegels

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