HEIK AFHELDT trifft … : Roland Hoffmann

Wirtschaftsanwalt

Roland Hoffmann-Theinert,
Roland Hoffmann-Theinert,

Er sieht aus wie ein erfolgreicher Anwalt und ist auch einer: Gestreifter Anzug, Weste, weiße Manschetten, ein feines Büro an der Klingelhöferstraße und ein hellwacher Kopf.

Vor neun Jahren hat er als junger Anwalt und Partner der Kölner Sozietät Lüer & Görg die Berliner Dependance gegründet. Heute beschäftigen sie hier mehr als 100 Mitarbeiter. Die Stundensätze liegen bei 300 bis 500 Euro. Ihre Mandanten kommen nicht nur aus Berlin. Als Standort für hochwertige Dienstleistungen werde die Stadt immer bedeutender – auch für Investoren aus USA oder China. Spezialität der Anwälte ist die Beratung von Unternehmen von der Gründung bis zur Liquidation. Arcandor mit Karstadt war einer der aufsehenerregenden und – wie der nachdenkliche Jurist meint – bisher auch erfolgreichen Fälle. Reiche Erfahrungen hat der weit herumgekommene frühere Bankkaufmann auch bei der Privatisierung öffentlicher Unternehmen.

Wenn der in Bielefeld aufgewachsene Sohn eines handwerklich orientierten Vertriebsmannes darüber nachdenkt, wie er Anwalt geworden ist, dann nennt er sein lebenslanges, ehrgeiziges Trachten nach etwas Anregendem und Neuem. Das hat ihn nach der Banklehre bei der Dresdner Bank und Stationen in Singapur und New York schließlich zum Jurastudium nach Freiburg gebracht. Das schien ihm ein interessanter Mittelweg zwischen seinen Interessen für Archäologie, Philosophie und „der etwas langweiligen BWL“. Das war offenbar richtig. Es gab eine interessante Stage in Dubai und einen Doktorhut summa cum laude (zum Thema Verfahrensgerechtigkeit) mit einem Preis des Bundesgerichtshofes.

Einige Wochen als persönlicher Assistent beim Vorstandsvorsitzenden der Aachen-Münchner hatten ihn gelehrt, dass er größere Unabhängigkeit braucht. Die hat er nun und nutzt sie auch als Lehrbeauftragter an der FU, als Autor juristischer Schriften zu aktuellen Themen wie beispielsweise Rechte und Pflichten von Aufsichtsräten oder Manager-Entschädigungen. Er engagiert sich für das Aspen-Institut und liebt seit eh und je Reisen. Burma ist für ihn so ein fernes, unvergessenes Ziel.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben