HEIK AFHELDT trifft … : Thies Sponholz

Chef des Hotel de Rome

Thies Sponholz
Thies Sponholz

Er misst 1,96 Meter, trägt die vollen dunklen Haare auf seinem schmalen lateinischen Kopf wie ein Südländer, ist elegant gekleidet mit Streifenanzug und Einstecktuch und stammt aus der Storm-Stadt Husum. Der Vater war ein Bankdirektor, die Mutter Apothekerin. Sport hat er viel gemacht, Tennis ab vier Jahren und bis in die 2. Bundesliga Basket- und Handball gespielt, im Kirchenchor gesungen und mit seinen Eltern rund um die Welt reisen dürfen, mal in Jugend- und mal in Luxusherbergen. Jetzt führt er in Berlin mit dem Hotel de Rome am Bebelplatz eines der Spitzenhotels der Stadt seit der Eröffnung vor genau fünf Jahren.

Beim Gespräch sprudelt es förmlich aus ihm raus, was in dieser Zeit alles passiert und erreicht worden ist. Vor allem die 17 Millionen Umsatz im letzten Jahr mit 160 Mitarbeitern und 146 Zimmern, den Restaurants unten und oben auf dem Dach und den vielen kleinen und großen Konferenzen, festlichen Anlässen und zahlreichen Hochzeiten in den schönen denkmalgeschützten Prunkräumen des ehemaligen repräsentativen Hauptsitzes der Dresdner Bank aus dem Jahr 1889. Fast eine viertel Million Gäste haben sie in den fünf Jahren begrüßt. Und jetzt gibt es auch endlich schwarze Zahlen.

Berlin mit seinen mittlerweile jährlich fast 23 Millionen Touristen aus aller Welt sei ein wunderbarer Standort für sie, aber der Wettbewerb hier ist beinhart. Nicht nur mit den anderen Häusern im Topsegment in Berlin, sondern weltweit mit Paris, London oder Barcelona, wenn es um Konferenzen gehe. Berlin hat inzwischen mehr Betten als Manhattan. Das schlägt sich in den vergleichsweise niedrigen Durchschnittserlösen je Zimmer und den bescheidenen Auslastungsraten nieder.

250 Euro in Berlin stehen Preise von 400 in Baden-Baden oder München gegenüber. Die Auslastung erreicht jetzt wieder die Grenze von 60 Prozent. Das ehrgeizige Ziel des weit herumgekommenen Hotelchefs – von seinem ersten Ausbildungshotel an der Ostsee über Tophäuser in Nizza, St. Moritz, San Francisco und Palo Alto – sind 70 Prozent und Preise von 300 Euro. Spätestens in zehn Jahren.

Für Berlin schwärmen er und seine Partnerin. Es sei die aufregendste Stadt, man könne „hier man selbst sein“ und die Stadt entwickle sich von Tag zu Tag weiter. Dazu habe er den schönsten Fußweg zur Arbeit von der Wohnung in der Hamburger Straße vorbei am Bode-Museum, dem Neuen Museum und der Staatsoper in „sein Haus“. Wenn nur der Denkmalschutz ihm ein wenig mehr Außenwerbung für das schöne, beeindruckende Gebäude erlauben würde.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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