HEIK AFHELDT trifft … : Vera Calasan

CEO Manpower Group Deutschland.

Vera Calasan, CEO
Vera Calasan, CEO

Mehr von dieser Art Frauen und die Quotendiskussion wäre überflüssig. Da steht eine intelligente und äußerst charmante Frau seit 2009 an der Spitze der deutschen Tochter eines erfolgreichen internationalen Unternehmens mit 200 Niederlassungen, 1250 Angestellten und einem Umsatz von über 600 Millionen Euro allein in diesem Land. Vera Calasan ist Anfang der 70er Jahre als Baby mit ihrer Familie aus Montenegro nach Leverkusen gekommen. Das Motiv der Eltern: Sie wollten ihren vier Kindern „alle Chancen der Welt für ein besseres Leben“ bieten. Und die hat das „Küken“ genutzt.

„Ehrgeizig und enorm engagiert“ sei sie gewesen, schon im Sandkasten immer der Boss und später Schulsprecherin. Sie mochte Mathe, Sport, Musik und Tanz und machte ein prima Abitur. Schon mit 13 Jahren hat sie sich Geld verdient als Hilfe bei einem Musikprofessor, in einem Squash-Center und bei einem Immobilienmakler. Nach ihrer Kaufmanns-Lehre in einem Autohaus hat sie am Aufbau einer Firma für Lautsprecher in Köln mitgewirkt, zuletzt als Controllerin. Den Traum von einem Studium hatte sie aber nie aufgegeben. Und so wurde es nach zwei Studienjahren der MBA der University of Chicago. Unvergessen die Wochen auf dem Londoner Campus der Uni mit 90 Kommilitonen aus 52 Nationen. Auch hier war sie wieder unter den Besten. Was sie dort gelernt hat? Das Unternehmerische, das Denken in Szenarien und Finanzen.

Sie war noch nicht 30, als sie ihre Berater-Karriere startete, erst als Abteilungsleiterin bei der Manpower-Niederlassung in Köln und dann bei dem Frankfurter Personaldienstleister Amadeus Fire. Ihre Ziele für die Zukunft erklärte sie bei der kürzlichen Eröffnung der Hauptstadt-Repräsentanz an der Friedrichstraße: Ein vernünftiges und langfristig profitables Wachstum mit einer, wie sie sagt, wundervollen Dienstleistung, geeignete Mitarbeiter für tolle Kunden zu finden. 22 000 „Mikes“ – Mitarbeiter im Kunden-Einsatz – sind es schon heute. Dazu eigene Programme, wie das, Chancen alleinerziehender Mütter am Arbeitsmarkt zu erhöhen. Obwohl die Fallschirmspringerin eine weltumspannende Neugier hat, sieht sie sich in der bewährten Tradition des Hauses, in der es in 60 Jahren erst drei Chefs gab. Wurzeln und Flügel brauche es für die innere Balance. Beides scheint bei ihr weiter zu wachsen.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels

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