HEIK AFHELDT trifft … : W. Hünnekens

Institutsdirektor.

Wolfgang Hünnekens,
Wolfgang Hünnekens,

Was für eine interessante Folge bunter Stationen in diesen 54 Lebensjahren! Und jetzt ist er auch noch Honorarprofessor an der Universität der Künste geworden. Darauf ist er sichtlich stolz. Digitales Marketing und Kommunikation über das Internet, das sind seit langem seine Themen. Geboren ist Wolfgang Hünnekens, ein ansteckend fröhlicher und kommunikativer Mensch, in Düsseldorf, aufgewachsen in Oberhausen. Ein „verwöhntes Einzelkind“ sei er, Sohn eines Optikers, gewesen. Seine Schulnoten konnten sich weniger sehen lassen als die Zeugnisse seiner quirligen Mitarbeit in der Schülerselbstverwaltung und als Gründer der Oberhausener Schülerzeitung.

Dazu kam später ein Studenten-Monatsmagazin für das gesamte Ruhrgebiet. Bei einer Auflage von 250 000 ließen sich kräftig Anzeigen verkaufen und Geld verdienen. Das Magazin hieß Sisyphos. Der Mythos und der Name stehen für ihn für eine Grundwahrheit der Kommunikation: Man muss immer wieder von vorne beginnen. Im Feld der Politik hat er das im Vorstand der Schülerunion und später in der Jungen Union umgesetzt.

Nach dem Abi 1979 drohte der Bund und lockten ihn Berlin und die FU. Das Jurastudium war „nicht so unangenehm“, aber irgendwie auch nicht spannend genug für einen ordentlichen Abschluss. Der Journalismus und Schreiben reizten ihn mehr. Also hat er lieber mit einem Partner eine Werbeagentur gestartet, eine Erfolgsgeschichte. In Berlin wurden sie bald die größte Agentur.

Ihre ersten Kunden waren Neels-Mobil und die Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John. Sie erfanden den „Berliner Treffpunkt“. Dann kam die Messe mit diversen Aufträgen unter anderem für die Grüne Woche. Der Erfolg lockte die große Publicis, die die Mehrheit erwarb, aber die Führung in den bewährten Händen der Gründer ließ. Sie gestalteten den gesamten Aufritt von Easyjet in Europa.

Er selber genoss ein Sabbatical-Jahr in San Francisco und sah die großen Chancen der Kreativwirtschaft für Berlin. Deshalb wollte er „das Internet an die Hochschule bringen“. Dafür gründete er mit Geldern der Wirtschaft – 4,5 Millionen Mark – das erste An-Institut an der UdK, das Institute of Electronic Business, und beteiligte sich mit eigenem Geld an Start- ups. Für die Lancierung des Films „Kind“ nutzt er mit Riesenerfolg alle Möglichkeiten der „Social Networks“. Der glückliche Vater von zwei Kindern läuft gern und genießt das Haus in Bad Saarow.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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