Wirtschaft : Heimliche Riesen

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Das Wort TÜV hat inzwischen sprichwörtlichen Charakter – wenn gesetzgeberische Initiativen auf ihre Wirkung geprüft werden sollen, ist gerne vom „GesetzesTÜV“ die Rede. Auch vom „Gesinnungs-TÜV“ oder „Schul-TÜV“ liest man zuweilen.

Die meisten kennen den Technischen Überwachungsverein von den regelmäßigen Pflichtuntersuchungen ihres Autos, die im besten Fall ohne Beanstandung zur TÜV-Plakette führen. Pflicht ist auch die Abgassonderuntersuchung (ASU), die ebenfalls mit einer Plakette auf dem Kennzeichen dokumentiert wird.

Aber die TÜVs haben seit 1989 kein Monopol mehr in diesem Markt. Auch die Dekra und neuere Organisationen wie die KÜS können prüfen.

Mehrere TÜVs haben sich in den vergangenen Jahren zu schlagkräftigen, global tätigen Unternehmen zusammengeschlossen. Bis heute steht bei ihnen die unabhängige Prüfung von technischen Anlagen auf Sicherheits- und Qualitätsanforderungen im Zentrum.

Ein Beispiel ist die TÜV Rheinland Group, die 1997 auch den TÜV Berlin-Brandenburg schluckte. Der Dienstleistungskonzern erwirtschaftet mit 8000 Mitarbeitern weltweit einen Jahresumsatz von zuletzt rund 700 Millionen Euro.

Der Vorläufer wurde 1872 in Essen gegründet – als „Verein zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen“. Der Name TÜV entstand 1936.

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