Heimlicher Zugriff auf Standortdaten : Datenschützer prüfen Smartphone-Ortung von Google

Google ortet den Aufenthalt von Smartphone-Nutzern. Nun beschäftigen sich deutsche Datenschützer mit der Praxis.

Google droht Ärger wegen der Übertragung von Standortdaten seiner Nutzer.
Google droht Ärger wegen der Übertragung von Standortdaten seiner Nutzer.Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Nachdem bekannt wurde, dass Google heimlich auf Standortdaten von Android-Nutzern zugreift, drohen Datenschützer Konsequenzen an. „Sollte der Hersteller eines Betriebssystems auch in Deutschland Standortdaten von Nutzerinnen und Nutzern sammeln, wäre dies aus Sicht des Datenschutzes mehr als kritisch zu bewerten“, sagte die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff dem Tagesspiegel. „Insbesondere dann wenn die Datenerhebung nicht nur heimlich erfolgen sollte, sondern diese auch auf keinem Weg von den Betroffenen verhindert werden könnte“.

Über mögliche aufsichtsrechtliche Maßnahmen bis hin zu einem Bußgeld müsste der Hamburger Beauftragte für Datenschutz entscheiden, da sich dort der Deutschlandsitz von Google befindet. In Hamburg wird der Fall derzeit geprüft und ein Fragenkatalog an Google erstellt. Erst danach wollen die Datenschützer den Fall bewerten.

Eine entscheidende Frage dabei ist zunächst, ob und inwieweit auch die Standortdaten von deutschen Smartphone-Nutzern erhoben werden. Google äußerte sich dazu auf mehrfache Anfrage nicht, hatte die Praxis jedoch grundsätzlich eingeräumt und geschrieben, sie beziehe sich auf „moderne Android-Geräte“. Dabei werden permanent die Daten der Funkzelle übertragen, in der sich ein Nutzer gerade befindet. Auch dann wenn er ansonsten sämtliche Lokalisierungsfunktionen im Gerät deaktiviert hat. Mit den Daten, über die normalerweise nur die Netzbetreiber verfügen, lässt sich der Standort auf 500 Meter genau bestimmen.

Google erhebt sie seit Jahresbeginn, laut eigener Aussage, um die Übermittlung von Nachrichten zu verbessern. Sie würden jedoch nicht gespeichert, sagt das Unternehmen. Nachdem die Praxis bekannt wurde, kündigte Google aber an, sie bis Monatsende abzuschalten.

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