Wirtschaft : Heinrich Hiesinger

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Der Weg ist frei, aber womöglich hat Heinrich Hiesinger zu viel Ballast im Gepäck. Der Vorstandsvorsitzende von Thyssen- Krupp werkelt auf der größten Baustelle der deutschen Industrie herum. Korruption und Kartellabsprachen, eine autokratische Führungskultur und schließlich die rund zwölf Milliarden Euro teuren Fehlinvestitionen in die Stahlwerke in Brasilien und den USA haben den Ruhrkonzern zum Sanierungsfall werden lassen. Wenn der Medizinmann Hiesinger nicht die richtigen Mittel findet, sieht es schlecht aus. Nach dem Rausschmiss des halben Vorstands, der Demission des Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme und dem Tod des Patriarchen Berthold Beitz steht und fällt die Zukunft des Konzerns und seiner 150 000 Mitarbeiter mit Hiesinger. Immerhin hat er das US-Werk in Alabama inzwischen verkauft und mit einer Kapitalerhöhung dringend erforderliche Mittel gewonnen. Doch der große Wurf – den Konzern vom Stahl- zum Technologieunternehmen konvertieren – ist noch nicht gelungen. Vielleicht ist der auch gar nicht möglich. Weil mit der brasilianischen Stahlhütte das größte Stück Ballast noch mitgeschleppt wird.alf

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