Wirtschaft : HEISSE CHIPS

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Der Amerikaner Gordon Moore, Mitgründer des weltgrößten Chipkonzerns Intel, wagte 1965 eine bahnbrechende Prognose: das Entwicklungstempo der Halbleiterindustrie verdoppelt sich alle zwölf Monate. Was als „Moore’sches Gesetz“ später anerkannt wurde, sollte nach den Vorstellungen des Physikers bis 1975 gelten. Doch gut 30 Jahre später ist die Entwicklung immer noch nicht zum Stillstand gekommen. Mikrochips werden kleiner und schneller – und ein Ende der Miniaturisierung und Effizienzsteigerung ist nicht in Sicht. Ob in Handys, im Auto oder in Computern – je besser die Chips, desto leistungsfähiger die Geräte, in denen sie stecken. Moore rechnete so: Die Zahl der Transistoren auf einem Halbleiterchip lässt sich durch Verkleinerung der Schaltelemente jedes Jahr verdoppeln. Das Problem, mit dem sich die Hersteller noch heute herumschlagen: Hitze und Kosten. Verdichtet man die Schaltelemente immer weiter – was nur mit kapitalintensiver Forschung und Entwicklung möglich ist – entwickelt der Chip zu viel Hitze. Entsprechend aufwendig muss die Kühlung sein. Intel hat deshalb kürzlich eine neue Chipgeneration – den Dual Core Prozessor – vorgestellt. Er hat zwei Rechenkerne, die weniger Strom verbrauchen und nicht so heiß werden. Konkurrent AMD hatte schon 2005 einen sehr leistungsfähigen Prozessor eingeführt. Jetzt geht das Rennen weiter. Und während die Leistung ins Unendliche zu steigen scheint, fallen die Preise ins Bodenlose: Der 2000 eingeführte Pentium-4-Prozessor von Intel kostet 84 Dollar – vor einem Monat war es fast dreimal so viel. mot

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