Wirtschaft : Heizöl, Kraftstoffe und Butter teurer

Berlin - Das Leben in Deutschland wird wieder teurer. Der Index der Verbraucherpreise für Deutschland lag im Juli um 1,2 Prozent höher als im Juli 2009. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. „Der Preisauftrieb hat sich damit im Juli 2010 wieder etwas verstärkt und erreichte den derzeitigen Höchststand im Jahr 2010“, stellten die Statistiker fest. Im Juni 2010 hatte die Inflationsrate noch bei 0,9 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex um 0,3 Prozent.

Als Preistreiber erwiesen sich wieder einmal die Energieprodukte. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Auffällig starke Preissteigerungen wurden aber auch bei frischem Gemüse und Obst beobachtet. Ohne Berücksichtigung der Energie und der saisonabhängigen Nahrungsmittel, die zusammen gut zehn Prozent der Ausgaben privater Haushalte umfassen, hätte die Inflationsrate im Juli 2010 bei 0,6 Prozent gelegen.

Energie verteuerte sich um 4,7 Prozent gegenüber Juli 2009 – wobei leichtes Heizöl um 26,5 Prozent, Kraftstoffe um 11,2 Prozent und Strom drei Prozent mehr kosteten. Deutliche Preisrückgänge gegenüber Juli 2009 wurden dagegen bei Gas sowie bei Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme beobachtet. Nahrungsmittel verteuerten sich um 2,6 Prozent. Besonders für Butter mussten Verbraucher 40,1 Prozent mehr zahlen als vor einem Jahr.

Obwohl die Konjunktur wieder anzieht, erwarten Volkswirte in den kommenden Monaten stabile Preise. „Trotz zunehmend verbesserter Auslastung ist man weltweit im verarbeitenden Gewerbe noch deutlich von preistreibenden Kapazitätsengpässen entfernt“, erklärte Unicredit-Ökonom Alexander Koch. „Und auch wenn bei einer anhaltenden Erholung der Konjunktur die Lohnforderungen zunehmend höher ausfallen, erwarten wir auf absehbare Zeit keinen übermäßigen Anstieg der Löhne.“ Sollte der Ölpreis nicht stärker als erwartet anziehen, rechne Unicredit 2010 mit einer Jahresteuerung von einem Prozent und 2011 von 1,5 Prozent. vis/dpa

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