Wirtschaft : Heizung macht die Wohnung teuer Anstieg um 30 Prozent Kaltmiete relativ stabil

Berlin - Für die rund 50 Millionen Mieter in Deutschland sind seit 2002 die Kosten für Heizung und Warmwasser um mehr als 30 Prozent gestiegen. Bis 2006 hätten sich die Betriebskosten von etwa 0,81 Euro auf 1,07 Euro je Quadratmeter und Monat erhöht, geht aus dem am Mittwoch vorgelegten Wohngeld- und Mietenbericht 2006 der Bundesregierung hervor. Ursächlich dafür seien die Öl-und Gaspreise. Die Wohnungsmieten haben sich in den vergangenen vier Jahren dagegen moderat entwickelt. „In ihrer jährlichen Entwicklung bewegten sie sich deutlich unterhalb der allgemeinen Teuerungsrate“, sagte Bauminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Im Vorjahr verteuerten sich die Mieten um rund ein Prozent, die Preise insgesamt um 1,7 Prozent. Im Schnitt betrug die monatliche Bruttokaltmiete 6,25 Euro pro Quadratmeter (warm 7,32 Euro).

In Ballungszentren gibt es gewaltige Unterschiede. Dort liege das Mietniveau um bis zu 20 Prozent über den Durchschnittsmieten, heißt es in dem Bericht. Bundesweit müssen Mieter rund ein Viertel ihres monatlichen Einkommens für die Miete ausgeben. Der Mieterbund forderte unterdessen eine Erhöhung des Wohngeldes für einkommensschwache Mieter um mindestens 15 Prozent. Das würde den Bund etwa 150 Millionen Euro kosten. Die etwa 800 000 Haushalte, die Wohngeld bekommen, müssten derzeit rund 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden und somit 15 Prozent mehr als der Durchschnitt.

Der milliardenschwere Verkauf kommunaler Wohnungen an private Finanzinvestoren hat nach Einschätzung der Bundesregierung bislang überwiegend keine negativen Folgen auf Mieter und Wohnungsbestand gehabt. Jedoch hätten sich Befürchtungen bestätigt, dass die neuen Eigentümer bei der Stadtentwicklung und der Unterbringung von sozialen Problemfällen wenig kooperationsbereit seien. Die Stadt Dresden hatte im Vorjahr rund 48 000 Wohnungen an Fortress verkauft. Der US-Finanzinvestor gab dafür rund 1,7 Milliarden Euro aus. In Freiburg hatten die Einwohner dagegen per Bürgerentscheid den Verkauf öffentlicher Wohnungen gestoppt.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) plädierte unterdessen für weitere Wohnungsverkäufe. Rund zwei Millionen Wohnungen würden den Gemeinden Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro bringen. „Mit diesem Geld können bei konsequenter Schuldentilgung jährlich 4,2 Milliarden Euro an Zinslasten gespart werden“, hat das IW berechnet. dpa/Tsp

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