Helaba : Gelassen am Rand

DAS GESCHÄFTSMODELL:

Ihr altes Kürzel hat die Helaba behalten, obwohl sie seit der Wiedervereinigung für zwei Bundesländer zuständig ist und nicht mehr Hessische Landesbank, sondern Landesbank Hessen-Thüringen heißt. Jünger ist eine zweite Neuerung: Die Helaba hat auch eine Sparkasse unter ihrem Dach. 2005 übernahm sie die Frankfurter Sparkasse und rettete diese damit aus einer Schieflage. Neben der Sparkasse kümmert sich die Helaba um Firmenkunden, das Kapitalmarktgeschäft mit Standorten in den USA, Russland und Asien.

DIE EIGENTÜMER:

Das Sagen bei der Helaba haben über den Sparkassen-Verband Hessen Thüringen (SVGHT) die rund 50 Sparkassen in den beiden Bundesländern. Ihr Verband hält 85 Prozent der Anteile. Zehn Prozent liegen beim Land Hessen, fünf Prozent beim Land Thüringen. Der SVGHT will die Struktur der Helaba vorerst so belassen wie sie ist. Das Angebot an die angeschlagene WestLB ist angesichts der riesigen Probleme in Düsseldorf wieder im Papierkorb gelandet.

DIE MÖGLICHKEITEN:

Die Helaba mit ihren 5 900 Beschäftigten gehört zu den wenigen Landesbanken, die sich offenbar nicht mit Papieren im US-Hypothekenmarkt verspekuliert haben. Deshalb steht sie auch besser da und ist vom Druck befreit, sich einer anderen Landesbank anzubiedern. Das Institut am Main und seine Eigentümer können selbst entscheiden, wann sie in das Fusionsgeschehen eingreifen. Bank-Chef Günther Merl jedenfalls betrachtet gelassen, was um ihn herum passiert. Der SVGHT jedenfalls wird mögliche Übernahmen nur absegnen, wenn daraus für die Helaba ein wirklicher Mehrwert entsteht. ro

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