Wirtschaft : Helaba kommt bei WestLB zum Zug

Brüssel signalisiert offenbar Zustimmung. Damit rückt die Zerschlagung näher

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Frankfurt am Main/Berlin - Die Europäische Kommission hat offenbar keine Einwände gegen die geplante Übernahme von Teilen der WestLB durch die Helaba, die Landesbank von Hessen und Thüringen. Die Brüsseler Behörde habe der Bundesregierung bereits informell Zustimmung signalisiert, berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Das Finanzministerium wollte den Bericht am Sonntag weder bestätigen noch dementieren. Die WestLB mit ihren noch rund 4500 Mitarbeitern, einst die mächtigste deutsche Landesbank, wird 2012 auf Druck der EU zerschlagen. Dabei handelt es sich um Auflagen für gewährte Staatshilfen. Einem ähnlichem Verfahren hatte die EU auch die Landesbank Berlin unterworfen, die 2007 mehrheitlich an die Sparkassengruppe ging.

Künftig soll die sogenannte Verbundbank der WestLB die rund 100 Sparkassen in Nordrhein-Westfalen als Zentralbank bei Transaktionen unterstützen, die sie selbst überfordern. Mit ihren rund 400 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von 40 bis 45 Milliarden soll sie an die Helaba angedockt werden. Die beiden Sparkassenverbände im Rheinland und in Westfalen-Lippe, die die Verbundbank zusammen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband mit einer Milliarde Euro an Kapital ausstatten sollen, wollen sich an der Helaba beteiligen. Das Institut gehört derzeit zu 85 Prozent den Sparkassen in Hessen und Thüringen, zu zehn Prozent Hessen und zu fünf Prozent Thüringen. Noch ist die Übernahme der Verbundbank durch die Helaba aber nicht in trockenen Tüchern. Die Hessen prüfen noch die Bücher, eine Entscheidung soll bis Jahresende fallen. Branchenkenner rechnen aber nicht damit, dass die Übergabe an die Helaba noch scheitert. Auch für andere Teile der Bank sucht die WestLB Käufer.

Für das Geschäft der WestLB mit reichen Privatkunden und mittelständischen Firmenkunden interessiert sich die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus. Über den Immobilienfinanzierer Westimmo wird mit dem Finanzinvestor Apollo verhandelt. Die Uhr tickt: Geschäfte, für die sich bis Ende Juni 2012 kein Käufer findet, werden an die bereits existierende Bad Bank der WestLB angebunden. D-ort hatte die WestLB Risikopapiere mit einem Volumen von rund 77 Milliarden Euro eingebracht. rtr

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