Wirtschaft : Henkel: BDI lehnt Gespräche...Mittelstand: Henkel schadet Unternehmen

KÖLN/BONN (ADN/dpa).Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) steht einem neuen "Bündnis für Arbeit, Innovation und Gerechtigkeit", wie es der SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder anregt, skeptisch gegenüber.Diese Runden hätten in der Vergangenheit dazu geführt, daß jeder an seinem Platz seine Entscheidungen nicht getroffen habe, sagte BDI-Chef Hans-Olaf Henkel am Dienstag im Deutschlandfunk.Allerdings würde sich der BDI Gesprächen unter Führung eines Bundeskanzlers Schröder nicht entziehen, fügte Henkel hinzu.Das hätten ja auch die Gewerkschaften nicht gemacht, als Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) eingeladen habe. Die Prognose von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, daß bis zum Sommer 600 000 neue Arbeitsplätze entstehen, ist nach Ansicht von Henkel "wahrscheinlich realistisch".Eine Trendwende am Arbeitsmarkt könne er aber "wirklich noch nicht bestätigen", sagte Henkel.Doch laufe die Konjunktur 1998 etwas besser und man könne davon ausgehen, "daß wir zusätzlich zu den saisonalen Effekten noch einige konjukturelle haben".Aber das würde an dem "steigenden Strukturproblem" ncihts ändern. Das Angebot Henkels zur Zusammenarbeit mit der SPD stieß indessen in der CDU/CSU auf scharfe Kritik.Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung (MIT), Hans Michelbach, griff Henkel am Dienstag in Bonn heftig an.Es schmerze, wenn der Präsident des BDI zunächst die Politik von Bundeskanzler Helmut Kohl unterstütze und dann "den ausgerollten Teppich einfärbt"."Dieser Mann ist für das politische Geschäft völlig ungeeignet, weil er keine Richtung hat", so Michelbach.Das schlage auf die Wirtschaft zurück."Die Verbände sind vor den Kopf geschlagen", betonte er, nachdem er mit deren Vertretern im MIT-Steuerausschuß zusammengekommen war und spielte damit auch auf Erklärungen Henkels zur Arbeitsmarktpolitik an.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben