Wirtschaft : Henkel: Chemiekonzern legt vor allem beim Verkauf von Waschmitteln zu

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Trotz der weltweiten Konjunkturflaute bleibt der Chemiekonzern Henkel auf Wachstumskurs. Zwar stagnierte das betriebliche Ergebnis (Ebit) mit 463 Millionen Euro in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum (462 Millionen Euro). Der Umsatz hingegen legte um rund acht Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr 2001 sei Henkel zuversichtlich, eine weitere Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr zu erzielen. Das betriebliche Ergebnis, der Jahresüberschuss und das Ergebnis je Aktie werden voraussichtlich das Niveau des Vorjahres erreichen oder leicht übertreffen. Im Jahr 2000 erreichte der Umsatz mit 12,8 Milliarden Euro ein Rekordhoch.

Gleichzeitig wies Henkel aber auch auf konjunkturelle Risiken hin: "Aufgrund des nachlassenden Wirtschaftswachstums in nahezu allen Regionen rechnet Henkel bei Klebstoffen und Hygiene/Oberflächentechnik auch für das zweite Halbjahr mit einer verhaltenen Geschäftslage", heißt es in einer Mitteilung. Bereits im ersten Halbjahr habe der Bereich Klebstoffe deutliche Ergebniseinbußen (minus 16 Prozent) hinnehmen müssen. Als Grund für den Rückgang führte Henkel ein schwieriges Marktumfeld in Deutschland, Türkei und Japan sowie Produktfälschungen in Brasilien an. Erfreulich hingegen habe sich das Geschäft in den USA entwickelt. Gerade in Nordamerika habe Henkel durch die Akquisitionen von Dexter (Klebstoffe) und Atofina (Oberflächentechnik) überdurchschnittlich abgeschnitten.

Den deutlichsten Wachstumsschub konnte Henkel in seinem Kerngeschäftsfeld Waschmittel erzielen. Dieses verzeichnete in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Dabei haben Persil und andere Reinigungsmittel die Gewinnentwicklung mit einem Ebitzuwachs von neun Prozent positiv beeinflusst.

Die Düsseldorfer WGZ-Bank geht davon aus, dass sich die Henkel-Aktie besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Nach Meinung der Analysten würde dazu der konservative Charakter des Papiers beitragen, aber auch der zu erwartende Verkauf der Chemietochter Cognis. Zum Stand der Verkaufsgespräche machte Henkel jedoch keine Angaben. Die Verhandlungen laufen planmäßig, sagte ein Unternehmenssprecher. In Marktkreisen gilt der Finanzinvestor Schroder Ventures (geschätztes Angebot zwischen 2,2 und drei Milliarden Euro) als einziger Kaufkandidat für Cognis.

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